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Aufrufe und Ankündigungen

Auf dieser Seite finden Sie Aufrufe und Ankündigungen für Zuschüsse zu Veranstaltungen und Projektförderungen.

Förderaufruf "Familien in Wohnungslosigkeit"

Antragsfrist ist 13. Oktober 2021

I. Ausgangssituation

Das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg (im Folgenden: Sozialministerium) hat mit der zweijährigen Strategie „Starke Kinder – chancenreich“ 2020/2021 ein Paket mit vielen zusätzlichen Unterstützungsangeboten zur Stärkung von Kindern und Jugendlichen und zur Prävention von Kinderarmut geschnürt und arbeitet hierzu mit anderen Ressorts der Landesregierung, den Sozial- und Wohlfahrtsverbänden, den Gewerkschaften und anderen Initiativen zusammen. Hierzu gehört auch die Förderung von Projekten im Rahmen dieses Förderaufrufs.

Ausgangspunkt für diesen Förderaufruf ist zum einen die vom Sozialministerium im Jahr 2015 veröffentlichte Studie zu „Umfang und Struktur von Wohnungslosigkeit und Hilfen für Menschen in Wohnungsnotlagen in Baden-Württemberg“ (GISS-Studie). Demnach befanden sich zum Stichtag 1. Oktober 2014 fast 23.000 Menschen in Wohnungslosigkeit oder waren akut davon bedroht. Davon waren knapp zwei Drittel ordnungsrechtlich untergebracht (Unterbringung nach §§ 1,3 PolG BW durch die Ortspolizeibehörden) und gut ein Drittel erhielt Hilfen zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten nach dem Achten Kapitel des Zwölftes Buch Sozialgesetzbuch (SGB XII; siehe hierzu Seite 11 der GISS-Studie).
Für gut 14.000 dieser gezählten Personen lassen sich Aussagen zur Haushaltsstruktur machen. Dabei fällt auf, dass sich die Situation für Familien zwischen den beiden Rechtskreisen deutlich unterscheidet: Gab es zum Stichtag unter den ordnungsrechtlich untergebrachten Haushalten rund 9 % alleinerziehende Familien, so waren es unter den Leistungsberechtigen der Hilfe nach §§ 67 ff. SGB XII nur rund 4 %. Das liegt nach Einschätzung der Autorinnen und Autoren der GISS-Studie daran, dass das Hilfesystem nach den §§ 67 ff. SGB XII traditionell nicht auf Hilfen für Familien ausgerichtet ist (siehe hierzu Seite 43 der GISS-Studie).
Für eine weitere Differenzierung nach Alter liegen Aussagen von knapp 10.000 am Stichtag gezählten Personen vor. Davon waren rund 13 % jünger als 25 Jahre. Besonders auffällig ist der hohe Anteil von wohnungslosen Kindern und Jugendlichen in ordnungsrechtlicher Unterbringung: bei den Unter-18-Jährigen lag der Anteil bei über 21 %, bei den Unter-25-Jährigen sogar bei fast 30 %. Hochgerechnet auf die Gesamtzahl der am Stichtag gezählten fast 23.000 Personen gehen die Autorinnen und Autoren der GISS-Studie von rund 3.000 wohnungslosen Kindern und Jugendlichen in ordnungsrechtlicher Unterbringung in Baden-Württemberg aus (siehe hierzu Seiten 44-46 der GISS-Studie).

Daraufhin hat die Landesarbeitsgemeinschaft der öffentlichen und der freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg unter Mitwirkung des Sozialministeriums eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die ein Fachkonzept für die Weiterentwicklung der Wohnungslosenhilfe im Land entwickeln soll. Das Fachkonzept soll die Ergebnisse der Studie aufgreifen und für unterschiedliche spezifische Bedarfe, wie z.B. die von Familien, Hinweise geben und Handlungsempfehlungen formulieren – das ist der zweite Ausgangspunkt dieses Förderaufrufs. Daraus sind mehrere Stellungnahmen u.a. für die ordnungsrechtliche Unterbringung und die Prävention von Wohnungslosigkeit entstanden, die als Hintergrund für Projekte im Rahmen dieses Förderaufrufs relevant sind.

Derzeit befindet sich eine weitere Stellungnahme in der Abstimmung (wird voraussichtlich im Herbst 2021 veröffentlicht), die sich mit der Verbesserung der Situation von Familien in Wohnungslosigkeit befasst. Hier finden sich u.a. folgende Hinweise und Empfehlungen:
- Auch Familien haben einen Anspruch auf die Gewährung der Hilfen nach den §§ 67 ff. SGB XII, sofern keine vorrangigen Hilfen anderer Sozialleistungsträger bedarfsbedeckend zur Verfügung stehen. Auch eine gleichzeitige Unterstützung durch unterschiedliche Leistungsträger (verbundene Hilfen) ist möglich und wegweisend.
- Als effektiv zu bewerten sind „familiengerechte Leistungen“ nach § 16 SGB XII, die die „Kräfte der Familie zur Selbsthilfe anregen und den Zusammenhalt der Familie festigen“. Diese Regelung im Zweiten Kapitel des SGB XII findet auch für die Hilfen nach dem Achten Kapitel Anwendung.
- Um die betroffenen Familien zu erreichen, können niedrigschwellige, aufsuchende Sozialarbeit sowie kommunale Sozialraum- oder Quartiersarbeit hilfreich sein (Bsp. Sozialpädagogische Familienhilfe nach § 31 SGB VIII).
- Der Zugang zu sozialpädagogischer Unterstützung muss in allen Fällen der Unterbringung gewährleistet sein.
- Der Fokus des sozialpädagogischen Auftrags sollte immer auf der gesamten Familie liegen. Die Möglichkeiten der umfassenden sozialen Teilhabe von Kindern sollen, trotz deren Betroffenheit oder deren Bedrohung durch Wohnungslosigkeit, verbessert werden. Die Fachkräfte müssen besonders achtsam sein, dass Kinder und das Kindeswohl geschützt werden.
- Die Form der Unterstützung knüpft an die konkreten persönlichen Bedarfe der Eltern und der Kinder an. Die Eltern und die Kinder sollen im Rahmen der Bedarfserhebung angemessen beteiligt werden. Damit Fachkräfte die Bedarfe von Familien ermitteln und unterstützend tätig sein können, benötigen sie neben der Expertise im Bereich der Wohnungslosenhilfe auch Kenntnisse über sozial- und jugendhilferechtliche Regelungen sowie kindgerechte sozialpädagogische Qualifikationen.
- Familien sollten dezentral in Wohnungen untergebracht werden. Wenn dies nicht möglich ist, sollte die Unterbringung in Unterkünften gewährleistet werden, in denen ausschließlich Familien wohnen.
- In allen Fällen der Unterbringung von Familien sollte Folgendes gewährleistet sein: eigener Sanitärbereich, Kochgelegenheit, ausreichend Raum/ Räume für Privatsphäre, geeignete Lernumgebung, erreichbare und kostenlose Möglichkeiten der Freizeitgestaltung, kindgerechte Ausstattung (barrierearme Räume, entsprechende Möbel, Spielbereiche und Spielzeug, Platz für Kinderwagen und Fahrräder etc.).
- Um den verbundenen Einsatz von Hilfen nach SGB XII und SGB VIII sicherstellen zu können, bedarf es einer institutionalisierten Kooperation und eines integrierten Planungsverständnisses der Leistungsträger. Hierfür sind von besonderer Bedeutung: Kooperationsvereinbarungen oder -absprachen, Vernetzung und kollegiale Beratung, gemeinsame Hilfeplanung, gegenseitige Beratungsangebote vor Ort (vgl. die §§ 80, 81 SGB VIII).

Aufbauend auf den Ergebnissen der GISS-Studie, insbesondere zur Wohnungslosigkeit von Kindern und Jugendlichen, sowie aufbauend auf den – für die Auswahl von Projekten im Rahmen dieses Förderaufrufs relevanten – drei genannten Einzelstellungnahmen bzw. Bausteinen des Fachkonzepts für die Weiterentwicklung der Wohnungslosenhilfe veröffentlicht das Sozialministerium diesen Förderaufruf „Familien in Wohnungslosigkeit“.

II. Ziel der Förderung und Förderkriterien

Kinder haben ihr Leben noch vor sich, sie wollen mitgestalten und nach Maßgabe ihres Entwicklungsstandes möglichst selbstbestimmt leben. Kinder brauchen Rückzugsorte, Bedingungen für eine körperlich und seelisch gesunde Entwicklung und Raum zum Lernen und Spielen. Wohnungslosigkeit von Familien oder eine entsprechende Gefährdung hat insbesondere für die betroffenen Kinder und Jugendlichen in aller Regel erhebliche, häufig sogar lebenslange Auswirkungen auf ihre Möglichkeiten der sozialen Teilhabe.

Ziel dieser Förderung durch das Sozialministerium ist es daher, mithilfe von zielgenauen, niedrigschwelligen und nachhaltigen Maßnahmen dazu beizutragen,
- dass es gar nicht zur Wohnungslosigkeit von Familien kommt oder
- dass im Falle von Wohnungslosigkeit die Unterstützung von Familien für ein gutes und gesundes Aufwachsen ihrer Kinder verbessert und die Wohnungslosigkeit der Familie schnell überwunden werden.

Gefördert werden sollen Projekte
- sowohl im Bereich der ordnungsrechtlichen Unterbringung
- als auch im Hilfesystem nach den §§ 67 ff. SGB XII.

Dabei sollen sich die Projekte auf einen der beiden nachfolgenden Schwerpunkte beziehen:
1. Präventive Maßnahmen zur Verhinderung von Wohnungslosigkeit von Familien oder
2. Reaktive Maßnahmen zur Verbesserung der Unterstützung von wohnungslosen Familien mit dem Ziel der Überwindung der Wohnungslosigkeit.

Weitere Förderkriterien sind:
- Zielgruppe: Durch das Projekt sollen Familien mit mindestens einem minderjährigen Kind unterstützt werden, die von Wohnungslosigkeit akut bedroht oder von Wohnungslosigkeit betroffen sind und in Unterkünften nach Ordnungsrecht untergebracht oder verdeckt wohnungslos sind und/oder Hilfebedarfe nach den §§ 67 ff. SGB XII haben.
- Neues Projekt: Es muss sich um die Umsetzung einer neuen Idee bzw. eines neuen Ansatzes handeln, die bzw. der in der Kommune bisher noch nicht besteht. Das Projekt kann auf bereits bestehenden Strukturen und Angeboten in der Kommune aufbauen. Das Projekt soll zur Übertragung auf andere Standorte geeignet sein.
- Niedrigschwellige Herangehensweise: Niedrigschwellige Angebote vor Ort können die Verhinderung und Überwindung von Wohnungslosigkeit fördern. Geeignet sind insbesondere aufsuchende Formate. Die Angebote sollten möglichst schwellenarm erreichbar sein.
- Kooperationen vor Ort: Bevorzugt werden Projekte, bei denen mehrere Partner im Sozialraum kooperieren. Wünschenswert ist die Zusammenarbeit zwischen Kommune (Gemeinde, Stadt, Stadt-/ Landkreis) und gemeinnützigen Organisationen, um das Vorhaben nachhaltig zu verankern. In jedem Fall ist eine Einbindung des örtlich zuständigen Jugendamtes erforderlich.
- Verbundene Hilfen: Wünschenswert sind Ansätze, mit denen eine rechtskreisübergreifende Hilfegewährung erprobt wird.
- Evaluation der Wirkung: Das Konzept muss die Dokumentation und Auswertung des Projekts vorsehen. Im Antrag ist anzugeben, wie die Wirksamkeit des mit dem Projekt umgesetzten Ansatzes überprüft werden soll.
- Barrieren: Auf den Abbau von sprachlichen und kulturellen Hindernissen ist zu achten.
- Sensibilisierung: Es sollen Maßnahmen zur Sensibilisierung der Bevölkerung und/ oder von Fachkräften der sozialen Arbeit für das Thema Wohnungslosigkeit, insbesondere von Familien, stattfinden.
- Zusammenhalt und soziale Teilhabe: Ein Teil des Projektes kann sich der Verbesserung des Zusammenhalts der Familie oder der Mitwirkung an der Lösung von Problemen im Bereich des Umgangsrechts oder der Förderung der Möglichkeiten der sozialen Teilhabe der Kinder und Jugendlichen widmen. Zur Situation der sozialen Teilhabe von Kindern und Jugendlichen in Baden-Württemberg wird auf den vom Sozialministerium hierzu im Jahr 2021 veröffentlichten Bericht verwiesen.
- Digitale Teilhabe: Wünschenswert sind Ansätze, die auch die Förderung der digitalen Teilhabe von Familien beinhalten, die von Wohnungslosigkeit bedroht oder betroffen sind.

III. Antragsberechtigte

Antragsberechtigt sind Kommunen (Gemeinden, Städte, Stadt- und Landkreise), Kirchen, Sozialverbände, Wohlfahrtsverbände, Gewerkschaften und andere Organisationen der Zivilgesellschaft.
Die Gemeinnützigkeit des Projekts und die Rechtsfähigkeit der Antragstellerin bzw. des Antragsstellers werden vorausgesetzt.

IV. Mittelvergabe

Es ist vorgesehen, Fördermittel in Höhe von bis zu 900.000 Euro für Projekte im Rahmen des Förderaufrufs „Familien in Wohnungslosigkeit“ bereitzustellen. Die Gewährung von Zuwendungen erfolgt nach Maßgabe der Vorschriften der Landeshaushaltsordnung (LHO), insbesondere der §§ 23, 44 LHO und der Verwaltungsvorschriften hierzu. Ein Rechtsanspruch auf Gewährung einer Zuwendung besteht nicht.

Das Sozialministerium entscheidet nach pflichtgemäßem Ermessen unter Berücksichtigung der unter Ziffer II. festgelegten Förderkriterien im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel.
Bei der Entscheidung wird eine Jury aus Mitgliedern von Fachvertretungen beratend hinzugezogen.

V. Finanzierungsart, zuwendungsfähige Ausgaben, weitere Fördermodalitäten

Die Zuwendung erfolgt in Form eines Zuschusses als Projektförderung. Die Maßnahmen werden im Wege der Anteilsfinanzierung in Höhe von bis zu 90 Prozent an den zuwendungsfähigen Ausgaben, begrenzt auf einen Höchstbetrag von 80.000 Euro im Einzelfall, gefördert. Zur Sicherstellung der Gesamtfinanzierung wird vorausgesetzt, dass mindestens 10 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben durch eigene Mittel des Antragstellers oder von dritter Seite (Dritt-/Spendenmittel) erbracht werden.

Geförderte Projekte müssen spätestens am 15. Dezember 2021 beginnen und spätestens am 31. Dezember 2022 abgeschlossen werden, das heißt, das Projektziel muss bis dahin im Rahmen der Förderung erreicht sein. Eine Weiterführung des Projekts im Wege einer anderweitigen Finanzierung wird ausdrücklich begrüßt.

Ein Projektbeginn vor Bewilligung ist nicht zulässig.

Es können die zur Durchführung des Projektes notwendigen Personal- und Sachausgaben gefördert werden. Es können ausschließlich Ausgaben als zuwendungsfähig anerkannt werden, die im Durchführungszeitraum des Projektes kassenwirksam anfallen.

Die im Kosten- und Finanzierungsplan (in Form einer Ausgaben-Einnahmen-Übersicht mit Saldo) angegebenen Ausgaben müssen differenziert werden:
- nach Personalausgaben (unter Angaben der Berechnungsgrundlage, z.B. Tarifvertrag, Eingruppierung, Anlehnung an…) und
- nach Sachausgaben, hier mindestens differenziert nach Kosten für Angebote (bei mehreren Angeboten bitte einzeln aufführen), ggf. Verpflegungs-/ Bewirtungskosten, ggf. Reisekosten, ggf. Kosten für Räume, ggf. Kosten für Dokumentation.
Weitere Differenzierungen sind möglich.

Hinsichtlich der Ausgaben sind die folgenden Maßgaben zu berücksichtigen:
- Personalausgaben können nur als zuwendungsfähig anerkannt werden, wenn für das Projekt zusätzliches Personal eingestellt oder der Beschäftigungsumfang des Stammpersonals erhöht wird.
- Bei Honorar- oder Werkverträgen handelt es sich um Sachausgaben.
- Verpflegungs-/Bewirtungskosten können nur in angemessenem Rahmen übernommen werden.
- Reisekosten können nur in angemessenem Rahmen übernommen werden. Bei der Berechnung von Reisekosten sind die Bestimmungen des Landesreisekostengesetzes zu beachten (ggf. gibt es in Kommunen gleichwertige Bestimmungen).
- Kosten für Räume können nur als förderfähig anerkannt werden, wenn zur Erreichung des Projektziels externe Räume angemietet werden müssen. Die Bereitstellung von Räumen durch die Antragstellerin bzw. den Antragsteller kann nicht als förderfähig anerkannt werden.

Die im Kosten- und Finanzierungsplan angegebenen Einnahmen müssen differenziert werden:
- nach Eigenmitteln der Antragstellerin bzw. des Antragstellers (bei gemeinnützigen Organisationen bitte auch differenzieren nach finanziellen Eigenmitteln sowie nach eingebrachten Personal- und Sachleistungen),
- nach Drittmitteln bzw. Spenden von Dritten und
- nach Höhe der beantragten Zuwendung durch das Land.

Hinsichtlich der Einnahmen sind die folgenden Maßgaben zu berücksichtigen:
- Eigenmittel müssen aus freien Haushaltsmitteln erbracht werden.
- Für alle Angaben von Dritt-/Spendenmitteln muss eine Bescheinigung des Mittelgebers eingereicht werden, aus der hervorgeht, dass die Dritt-/Spendenmittel tatsächlich fließen und die so eingebrachten Mittel zur Kofinanzierung der gesamten zuwendungsfähigen Ausgaben eingesetzt werden können.

Der Finanzierungsplan muss hinsichtlich Ausgaben und Einnahmen ausgeglichen sein.
Die Gesamtfinanzierung muss vor Projektbeginn gesichert sein.

Die Auszahlung der Zuwendung richtet sich grundsätzlich nach den zuwendungsrechtlichen Bestimmungen.

Projekte, die bereits eine anderweitige Landesförderung erhalten, sind nicht förderfähig.

Die im Wege dieser Ausschreibung bewilligten Mittel dürfen nicht zur Finanzierung oder Ko-Finanzierung anderer Projekte/ Förderprogramme verwendet werden. Ihre Verwendung als Eigenmittel, die im Rahmen anderer Projekte/ Förderprogramme zu erbringen sind, ist ausgeschlossen.

VI. Verfahren

Für die Antragstellung ist der Bewerbungsbogen auszufüllen und handschriftlich zu unterschreiben.

Beizufügen ist ein handschriftlich unterschriebener, detaillierter Kosten- und Finanzierungsplan, in dem alle für das Vorhaben vorgesehenen Ausgaben und Einnahmen anzugeben sind (siehe Erläuterungen unter Ziffer V.).
Für die Erstellung des Kosten- und Finanzierungsplans ist die entsprechende Vorlage am Ende des Bewerbungsbogens zu verwenden.

Ebenfalls beizufügen ist eine Erklärung, ob allgemein für die Einrichtung oder das beantragte Projekt eine Berechtigung zum Vorsteuerabzug gemäß § 15 Umsatzsteuergesetz besteht.

Anträge werden bis zum 13. Oktober 2021 (Posteingang) entgegengenommen. Nach Fristablauf eingehende Anträge werden nicht berücksichtigt.

Anträge sind zu richten an:
Poststelle@remove-this.sm.bwl.de mit dem Stichwort „Förderaufruf Referat 35“,
Cc. an armutspraevention@remove-this.sm.bwl.de

Bei Rückfragen können Sie sich wenden an:
Herrn Michael Wolff
Telefon: 0711 123-3735
E-Mail: michael.wolff@remove-this.sm.bwl.de

Förderaufruf „Präventionsnetzwerke gegen Kinderarmut – Erkennen und Weiterentwickeln von lokalen Präventionsketten“ (2021)

Antragsfrist bereits abgelaufen

> Den Förderaufruf können Sie auch als PDF-Dokument herunterladen.
> Hier erhalten Sie das Antragsformular (im DOCX-Format).

I. Ausgangssituation

Kinder haben ihr Leben noch vor sich, sie wollen gestalten und selbstbestimmt leben. Wenn sie unter den Bedingungen von materieller Armutsgefährdung aufwachsen – davon ist fast jedes fünfte Kind unter 18 Jahren in Baden-Württemberg betroffen –, kann das erhebliche und lebenslange Auswirkungen auf ihre Teilhabechancen auch in anderen Lebenslagen haben, wie z.B. persönliche Gesundheit, Wohnung und Wohnumfeld, Bildungschancen etc.

Auf finanzielle Transferleistungen, die gegen materielle Armutsgefährdung wirken, hat das Land wenig Einfluss – anders ist das bei der Förderung einer armutspräventiven Infrastruktur in den Kommunen zur Verbesserung der Teilhabechancen von Kindern und deren Familien insgesamt. Dafür stellt das Land seit knapp zehn Jahren Mittel des Landeshaushalts für den Aufbau und die Weiterwicklung von Präventionsnetzwerken gegen Kinderarmut zur Verfügung. Derzeit bestehen 16 solcher Präventionsnetzwerke in 13 der 44 Stadt- und Landkreise im Land.

Auf der lokalen Ebene haben sich Präventionsnetzwerke gegen Kinderarmut bereits als wirkungsvolles Instrument erwiesen. Mit der Strategie „Starke Kinder – chancenreich“ 2020/21 hat das Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg deshalb beschlossen, den entsprechenden Präventionsansatz in Baden-Württemberg auszubreiten. Im Jahr 2020 kamen neue Standorte hinzu. Bis 2030 soll dieser Ansatz in allen Stadt- und Landkreisen erprobt worden sein. Weitere Informationen finden Sie unter der Rubrik "Maßnahmenpaket".

Ziel eines Präventionsnetzwerkes gegen Kinderarmut in Baden-Württemberg ist es, eine integrierte kommunale Strategie zur Prävention und Bekämpfung von Kinderarmut zu entwickeln. Die Angebote vor Ort werden in eine Präventionskette eingeordnet, die biographisch und thematisch aufgebaut ist. Durch die Bestandsaufnahme und Neukonzeption von Angeboten an einem Ort sollen Lücken einer Präventionskette von der Geburt bis zum Übergang von der Schule in den Beruf geschlossen werden, damit sich die Folgen von materieller Armut im Kindesalter nicht auf das weitere Erwachsenenleben auswirken. Das Präventionsnetzwerk bildet eine Vernetzungsplattform für alle Organisationen und Initiativen, die sich bei der Bekämpfung von Kinderarmut vor Ort engagieren. Sie sollen ihre Aktivitäten durch die Zusammenarbeit in der Netzwerkgruppe gegenseitig kennen lernen und zusammenwirken, möglichst alle Angebote an einem Ort koordinieren und aufeinander abstimmen, Synergien finden und nutzen sowie neue gemeinsame Angebot schaffen, damit kein Kind zurückgelassen wird und möglichst viele Kinder, Jugendliche und ihre Eltern erreicht werden können.

Die beim Aufbau bzw. der Weiterentwicklung der Präventionsnetzwerke gegen Kinderarmut gewonnenen Erfahrungen wurden seitens der FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt praxisnah bilanziert. Dabei wurden Gelingensfaktoren für Förderprojekte zusammenzutragen. Der ausführliche Bilanzierungsbericht ist eine gute Handreichung für Standorte, die ganz neu ein Präventionsnetzwerk gegen Kinderarmut aufbauen oder ein bestehendes ausweiten wollen.

II. Ziel der Förderung und Förderkriterien

Die Möglichkeiten sozialer Teilhabe von Kindern und Jugendlichen aus armutsgefährdeten Familien sollen im Land gesteigert werden, damit sich materielle Armutsgefährdung im Kindesalter möglichst nicht negativ auf die soziale Teilhabe im weiteren (Erwachsenen-) Leben auswirkt. Das Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg stellt deshalb Mittel zur Verfügung, um den Aufbau oder die konzeptionelle Weiterentwicklung von Präventionsnetzwerken gegen Kinderarmut an verschiedenen Standorten im Land zu fördern.

Folgende Förderkriterien werden von diesem Ziel abgeleitet:

Die Projektarbeit soll sich stark am theoretischen Konzept für Präventionsnetzwerke gegen Kinderarmut in Baden-Württemberg orientieren. Ein Präventionsnetzwerk zeichnet sich, kurz gesagt, durch eine visualisierte Präventionskette, eine steuernde Netzwerkkoordination und eine operativ tätige Netzwerkgruppe als unverzichtbare Elemente aus.

Ein Präventionsnetzwerk kann sich auf eine Kommune, einen Stadtteil oder ein Quartier erstrecken. Die Auswahl der Projektstandorte soll anhand der Sozialstruktur erfolgen, das heißt die Projekte sollen an Orten stattfinden, an denen von einer besonders hohen Armutsgefährdung und Benachteiligung von Kindern und Jugendlichen auszugehen ist (z.B. hoher Anteil von Kindern und Jugendlichen im SGB II-Bezug, hoher Migrationsanteil, hohe Erwerbslosenquote).

Ein Ziel ist die Errichtung einer Vernetzungsplattform, das heißt die Einbeziehung eines breiten Spektrums aller Institutionen, die sich vor Ort gegen Kinderarmut engagieren: Fachkräfte des Gesundheits- und Bildungswesens, der Sozial- und Jugendämter, der Kindertagesstätten, Jugendzentren, Mütterzentren, Familienzentren, Mehrgenerationenhäuser, der Angebote der Frühen Hilfen (z.B. Familienhebammen, Familien-, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/innen, ehrenamtlich tätigen Personen wie z.B. Familienpatinnen und Familienpaten), der Familienbildungseinrichtungen, Sportvereine, Jobcenter, Krankenkassen, Wohlfahrtsverbände, Vereine/Verbände von Menschen mit Migrationshintergrund und/oder Fluchterfahrung, von weiteren Initiativen (z.B. Runder Tisch, Arbeitstreffen, Arbeitsgruppen) sowie engagierte Bürgerinnen und Bürger. Explizit formulierte strategische Ziele und ein niedergeschriebenes Präventionsverständnis bieten für alle Beteiligten eine klare Zielvorgabe.

Zielgruppe der Netzwerke sind Kinder, Jugendliche und ihre Familien, die in Kommunen, Stadtteilen oder Quartieren leben, bei denen aufgrund ihrer Sozialstruktur von einer besonders hohen Armutsgefährdung und Benachteiligung von Kindern und Jugendlichen auszugehen ist. Für die Armutsprävention sind Kindheit und Jugend die entscheidenden Lebensphasen.
Mit dem Förderaufruf sollen vor allem die besonders stark armutsgefährdeten Kinder von Alleinerziehenden, Kinder in kinderreichen Familien (drei und mehr Kinder) sowie Kinder, die selbst oder deren Eltern eine Migrationsgeschichte haben, erreicht werden. Es geht aber auch um Kinder langzeitarbeitsloser Eltern sowie Kinder in besonderen Belastungssituationen, also Kinder psychisch- und suchtkranker Eltern oder Kinder in Trennungsfamilien.
Kinderarmut wird als Mangel an Teilhabe- und Verwirklichungschancen verstanden. Es handelt sich um einen multidimensionalen, nicht nur monetären Zugang zur Lebenslage von Kindern und Jugendlichen. Hieraus ergeben sich Handlungsfelder. Dazu gehört der (präventive) Kinderschutz und die Familienbildung, Bildung und Übergänge, Sprache und Spracherwerb, Gesundheit, Kinderbetreuung, Wohnen und Sozialraum sowie Teilhabe und Beteiligung. Da Kinderarmut nicht zu trennen ist von der Situation der Eltern, kommen die Themen Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie Ausbildungs- und Erwerbssituation der Eltern hinzu.
Es ist eine Förderbedingung, dass die Bewerbungen zwei der in der anlässlich der Strategie "Starek Kinder - chancenreich" entwickelten Matrix genannten Zielgruppen erreichen und zwei der genannten Handlungsfelder abdecken. Die Ansätze zur Erreichung der in den Blick genommenen Zielgruppen und zur Berücksichtigung der Handlungsfelder sind darzulegen. Bei der Auswahl der Bewerbungen wird darauf geachtet, dass alle ausgewählten Förderprojekte zusammen möglichst alle Zielgruppen und Handlungsfelder der Matrix abdecken.

Auf den Abbau von sprachlichen und kulturellen Hindernissen ist zu achten. Die Möglichkeit der Beteiligung von Kindern, Jugendlichen und deren Eltern ist gewünscht.

Langfristig erreicht werden soll der Aufbau bzw. die Zusammenführung von Präventionsangeboten, die ohne Brüche von der Geburt bis zum Übergang von der Schule in den Beruf wirken. Eine sorgfältig recherchierte Bestandsanalyse der Angebote ist die Basis für die Erstellung einer nach Altersgruppen und Lebensphasen differenzierten Präventionskette.

Für eine wirksame Präventionskette ohne Brüche müssen auch neue Angebote und Maßnahmen zur Prävention von Kinderarmut und der Folgen eingerichtet werden. Hierfür können bis zu 50 Prozent der Mittel eingesetzt werden. Dabei sollen neue Formen der Ansprache, neue, verbesserte Formen von Zugängen, insbesondere die niedrigschwellige, nicht stigmatisierende Kontaktaufnahme sowie neue Methoden der Partizipation genutzt werden. Angebote sollen bedarfsgerecht und präventiv ausgerichtet sein. Ideen zu geplanten neuen Angeboten sind darzulegen. Die konkrete Ausgestaltung der Maßnahmen kann aber nach den Erkenntnissen aus der Visualisierung der Präventionskette und in Abstimmung mit den Partnerinnen und Partnern im Präventionsnetzwerk noch angepasst werden.

Weiteres Ziel ist die Sensibilisierung der Bevölkerung für das Thema Kinderarmut durch Öffentlichkeitsarbeit. Hierzu geplante Maßnahmen sind darzulegen.

Radfahren sowie eine selbstaktive Mobilität im öffentlichen Raum sollen zu den Grundfähigkeiten eines jeden Menschen gehören. Dazu muss man aber auch über Möglichkeiten verfügen, die Grundfähigkeiten auszuüben und erlernen zu können. Die Fähigkeit und die entsprechenden Möglichkeiten sind sozial ungleich verteilt. Wir würden daher es begrüßen (keine Bedingung), wenn Projekte Module zum Erwerb dieser Grundfähigkeiten und den entsprechenden Ausübungsmöglichkeiten für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche planen würden. Bei Einbeziehung dieses Punktes ist eine Kennzeichnung im Antrag erforderlich. Nicht förderfähig ist allerdings die Anschaffung von Fahrrädern.

Das Konzept muss die Dokumentation und Auswertung vorsehen. Im Antrag ist anzugeben, wie die Wirksamkeit des mit dem Projekt umgesetzten Ansatzes überprüft werden soll. Die Bereitschaft zur Teilnahme an einer Bilanzierung, sofern diese vom Ministerium für Soziales und Integration beauftragt wird, wird vorausgesetzt.

Zu Projektbeginn soll die geplante Arbeit auf dieser Internetplattform unter der Rubrik "Veranstaltungen/Projekte" schriftlich vorgestellt werden. Die Bereitschaft zur Teilnahme an regelmäßigen Netzwerktreffen (zwei- bis dreimal pro Jahr) der bereits bestehenden Präventionsnetzwerke wird vorausgesetzt.

III. Antragsberechtigte

Antragsberechtigt sind Kommunen (Landkreise, Stadtkreise, Städte, Gemeinden), Kirchen, Sozialverbände, Wohlfahrtsverbände, Gewerkschaften und andere Organisationen der Zivilgesellschaft. Die Gemeinnützigkeit des Projekts und die Rechtsfähigkeit der Antragstellerin bzw. des Antragsstellers werden vorausgesetzt.

Es ist möglich, dass mehrere Organisationen zusammen einen Antrag stellen, wobei eine der Organisationen die Projektverantwortung übernehmen muss, womit auch die finanzielle Verantwortung einhergeht.

Wenn die Antragstellung durch Kommunen erfolgt, müssen lokale, kindrelevante gemeinnützige Organisationen in den Aufbau bzw. die Weiterentwicklung des Projekts aktiv einbezogen werden. Wenn die Antragstellung durch eine gemeinnützige Organisation erfolgt, muss an den geplanten Projektstandorten die Gemeinde beim Aufbau bzw. der Weiterentwicklung des Projekts aktiv mitwirken.
Dem Antrag ist jeweils eine schriftliche Absichtserklärung für die aktive Mitwirkung beizulegen – im Fall der Antragstellung durch eine Kommune von mindestens einer, am geplanten Projektstandort tätigen, kindrelevanten gemeinnützigen Organisation und im Falle der Antragstellung durch eine gemeinnützige Organisation von allen Gemeinden, in denen das Projekt durchgeführt werden soll.

IV. Mittelvergabe und Förderkriterien

Es ist vorgesehen, Fördermittel in Höhe von 600.000 Euro für den Aufbau oder die Weiterentwicklung von Präventionsnetzwerken gegen Kinderarmut an verschiedenen Standorten bereitzustellen.

Die Gewährung von Zuwendungen erfolgt nach Maßgabe der Vorschriften der Landeshaushaltsordnung (LHO), insbesondere der §§ 23, 44 LHO und den Verwaltungsvorschriften hierzu. Ein Rechtsanspruch auf Gewährung einer Zuwendung besteht nicht.

Das Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg entscheidet nach pflichtgemäßem Ermessen unter Berücksichtigung der unter Ziffer II. festgelegten Förderkriterien im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel.

Bei der Entscheidung wird eine Jury beratend hinzugezogen.

Bewerbungen von Standorten, an denen bisher noch keine Landesförderung für ein Präventionsnetzwerk gegen Kinderarmut erfolgt ist, werden bei der Entscheidung bevorzugt behandelt.

V. Finanzierungsart, zuwendungsfähige Ausgaben, weitere Fördermodalitäten

Die Zuwendung erfolgt in Form eines Zuschusses als Projektförderung. Die Maßnahmen werden im Wege der Anteilsfinanzierung in Höhe von bis zu 70 Prozent an den zuwendungsfähigen Ausgaben, begrenzt auf einen Höchstbetrag von 100.000 Euro im Einzelfall, gefördert. Zur Sicherstellung der Gesamtfinanzierung wird vorausgesetzt, dass mindestens 30 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben durch eigene Mittel des Trägers oder von kommunaler bzw. dritter Seite (Drittmittel) erbracht werden.

Projekte und Maßnahmen müssen spätestens am 1. September 2021 beginnen und innerhalb von zwei Jahren nach Projektbeginn abgeschlossen werden, das heißt das Projektziel muss im Rahmen der Förderung erreicht sein. Eine Weiterführung des Projekts im Wege einer anderweitigen Finanzierung wird ausdrücklich begrüßt.

Ein Projektbeginn vor Bewilligung ist nicht zulässig. Bereits bestehende Strukturen und Angebote können in das einzurichtende Netzwerk integriert werden. Dies ist förderunschädlich bezüglich des Netzwerkes. Für bereits bestehende Angebote, die in das Netzwerk integriert werden sollen, kann allerdings keine Zuwendung bewilligt werden.

Es können die zur Durchführung notwendigen Sach- und Personalkosten gefördert werden. Es können ausschließlich Ausgaben als zuwendungsfähig anerkannt werden, die im Durchführungszeitraum der Maßnahme kassenwirksam anfallen.

Die Auszahlung der Zuwendung richtet sich grundsätzlich nach den zuwendungsrechtlichen Bestimmungen.

Projekte, die bereits eine anderweitige Landesförderung erhalten, sind nicht förderfähig. Die im Wege dieser Ausschreibung bewilligten Mittel dürfen nicht zur Finanzierung oder Ko-Finanzierung anderer Projekte/Förderprogramme verwendet werden, ihre Verwendung als Eigenmittel, die im Rahmen anderer Projekte/Förderprogramme zu erbringen sind, ist ausgeschlossen.

VI. Verfahren

Für die Antragstellung ist das Antragsformular auszufüllen (DOCX-Format).

Beizufügen ist ein detaillierter Kosten- und Finanzierungsplan, in dem alle für das Vorhaben vorgesehenen Ausgaben und Einnahmen sowie die Finanzierung (beantragte Landesförderung und der zu erbringende Eigenanteil/Drittmittel – mindestens 30 Prozent) – anteilig für die Jahre 2021, 2022 und 2023 – anzugeben sind. Die Ausgaben sind in (sofern gegeben) Personalausgaben unter Angabe der Eingruppierung und Sachausgaben (z.B. Werkvertrag, Reisekosten o.Ä.) zu untergliedern. Der Finanzierungsplan muss in Einnahme und Ausgabe ausgeglichen sein.

Falls die Höhe der Drittmittel noch nicht feststeht, ist der Stand der Finanzierungsbemühungen zu erläutern. Die Gesamtfinanzierung muss vor Projektbeginn gesichert sein.

Anträge werden bis zum 10. Juni 2021 (Posteingang) entgegengenommen. Nach Fristablauf eingehende Anträge werden nicht berücksichtigt.

Anträge sind zu richten an:
Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg
Referat 35 „Sozialhilfe, Eingliederungshilfe“
Herrn Michael Wolff
Else-Josenhans-Straße 6
70173 Stuttgart

Alternativ per Mail an: Poststelle@remove-this.sm.bwl.de bitte mit dem Stichwort “Förderaufruf Referat 35“,
Cc. an armutspraevention@remove-this.sm.bwl.de

> Den Förderaufruf können Sie auch als PDF-Dokument herunterladen.
> Hier erhalten Sie das Antragsformular (im DOCX-Format).

(Digitale und klassische) Veranstaltungen zum Thema Kinderarmut

Antragsfrist bereits abgelaufen

Es besteht die Möglichkeit, für öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen zum Thema Kinderarmut im Schwerpunktjahr 2020 beim Ministerium für Soziales und Integration einen Zuschuss zu beantragen.
Hierfür werden folgende Kriterien festgelegt (auch als PDF-Dokument verfügbar):

1. Antragsberechtigt sind Kommunen, Sozialverbände, Wohlfahrtsverbände und andere Organisationen der Zivilgesellschaft, intermediäre Organisationen (Kirchen, Gewerkschaften), soziale Gruppen wie Nachbarschaften und Vereine.

2. Der Antrag ist in schriftlicher Form rechtzeitig vor der Veranstaltung einzureichen. Die Bearbeitungszeit liegt in der Regel bei etwa zwei Wochen. Dem Antrag ist ein Konzept der geplanten Veranstaltung beizufügen. Das Konzept soll deutlich machen, was geplant ist, welches Ziel damit verfolgt wird, wer beteiligt ist und wo die Bezüge zum Thema Kinderarmut liegen. Es besteht kein Rechtsanspruch auf einen Zuschuss. Die Entscheidung liegt im Ermessen des Ministeriums für Soziales und Integration Baden-Württemberg und hängt ab von der Verfügbarkeit von Haushaltsmitteln hierfür.

3. Die geplante Veranstaltung muss im Zeitraum 5. März 2020 bis 4. März 2021 stattfinden. Der Zuschuss ist begrenzt auf maximal 1.000 Euro der Gesamtkosten der Veranstaltung. Es handelt sich um eine Kostenbeteiligung, z.B. für Öffentlichkeitsarbeit, Kosten für Referentinnen und Referenten oder Vergleichbares. Die Kosten für Veranstaltungsräume oder Catering können nicht übernommen werden.
Bitte reichen Sie eine einfache Auflistung der Gesamtausgaben und ggf. Einnahmen ein.
Es liegt im Ermessen des Ministeriums in welchem Umfang die Kostenbeteiligung erfolgt. Der Zuschuss erfolgt im Wege der Kostenerstattung, das heißt nach der Veranstaltung sind Kopien der Rechnungen mit Nachweis der Prüfung (sachliche und rechnerischer Richtigkeit) und Begleichung der Rechnungen (tatsächliche Auszahlungen durch den/die Antragssteller/in) einzureichen.

4. Der Zuschuss zur Veranstaltung wird allerdings unter anderem mit folgenden Auflagen verbunden sein:
- Alle an der Maßnahme beteiligten Personen sind verpflichtet bei Veröffentlichungen, Veranstaltungen und sonstiger Öffentlichkeitsarbeit in geeigneter Weise darauf hinzuweisen, dass die Maßnahme mit Mitteln des Landes Baden-Württemberg gefördert wird. Dazu ist auf allen nach dem Bewilligungszeitpunkt erstellten Unterlagen, insbesondere Einladungen, Publikationen, Teilnahmebestätigungen, Rechnungen etc. folgender Zusatz anzubringen: „Unterstützt durch das Ministerium für Soziales und Integration aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg“.
- Bei Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit (z.B. Flyer, Broschüren, Filme, Webseiten, Social-Media-Kanäle) ist vor der Veröffentlichung eine Abstimmung mit der Pressestelle des Ministeriums für Soziales und Integration vorzunehmen (presse@remove-this.sm.bwl.de).
- Eine Verlinkung mit der Website www.starkekinder-bw.de zum Schwerpunktjahr 2020 gegen Kinderarmut soll erfolgen.
- Die geförderte Maßnahme darf keine rassistischen, sexistischen, diskriminierenden oder herabwürdigenden Inhalte aufweisen.

Anträge sind zu richten an:
Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg
Referat 35 „Sozialhilfe, Eingliederungshilfe“
Else-Josenhans-Str. 6
70173 Stuttgart

Alternativ per Mail an: Poststelle@remove-this.sm.bwl.de (Cc. an Armutspraevention@remove-this.sm.bwl.de)
bitte mit dem Betreff „Veranstaltungszuschuss Referat 35“

> Diese Informationen können Sie auch als PDF-Dokument herunterladen.

Förderaufrufe zum Thema Bekämpfung von Armut und Ausgrenzung im Krisenhilfsfonds REACT-EU

Antragsfrist bereits abgelaufen

Neue Förderaufrufe des Förderbereichs Arbeit & Soziales
Krisenhilfsfonds REACT-EU

Die Europäische Union hat mit dem Aufbauplan Next Generation EU auf die COVID-19-Pandemie reagiert. Aus dem Krisenhilfsfonds REACT-EU sollen über den ESF für die Jahre 2021 und 2022 rund 109 Mio. Euro nach Baden-Württemberg fließen. Damit sollen sowohl die in der Krise besonders benachteiligten Menschen unterstützt sowie die Digitalisierung im sozialen, kulturellen und gesundheitlichen Bereich als auch die (Kleinst-) Unternehmen gefördert werden.
Hierzu hat der ESF im Förderbereich Arbeit und Soziales einen Rahmenaufruf mit Einzelaufrufen in den drei spezifischen Zielen zu verschiedenen Themen veröffentlicht:

  • E 1.1 Digitalisierung in den Bereichen Soziale, Gesundheit und Pflege
  • E 1.2 Bekämpfung von Armut und Ausgrenzung
  • E 1.3 Unterstützung von Beschäftigten, Wirtschaft und Kultur

Anträge können bis Montag, den 15. Februar 2021 bei der Landeskreditbank Baden-Württemberg eingereicht werden.
Alle Informationen zu dem Rahmenaufruf und den Einzelaufrufen finden Sie hier auf der ESF-Webseite.

Förderaufruf "Präventionsnetzwerke gegen Kinderarmut – Erkennen und Weiterentwickeln von lokalen Präventionsketten" (2020)

Antragsfrist bereits abgelaufen

I. Ausgangssituation

Kinder haben ihr Leben noch vor sich, sie wollen gestalten und selbstbestimmt leben. Wenn sie unter den Bedingungen von materieller Armutsgefährdung aufwachsen – davon ist fast jedes fünfte Kind unter 18 Jahren in Baden-Württemberg betroffen –, kann das erhebliche und lebenslange Auswirkungen auf ihre Teilhabechancen auch in anderen Lebenslagen haben, wie z.B. persönliche Gesundheit, Wohnung und Wohnumfeld, Bildungschancen etc.

Mit der Strategie „Starke Kinder – chancenreich“ hat das Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg deshalb ein umfangreiches Paket an nachhaltigen Unterstützungsangeboten geschnürt, um Kinder und Jugendliche zu stärken.
Zu diesen Unterstützungsangeboten gehört der vorliegende Förderaufruf für Präventionsnetzwerke gegen Kinderarmut.

Ziel eines kommunalen Präventionsnetzwerkes gegen Kinderarmut in Baden-Württemberg ist es, eine integrierte kommunale Strategie zur Prävention und Bekämpfung von Kinderarmut zu entwickeln. Die Angebote vor Ort werden in eine Präventionskette eingeordnet, die biographisch und thematisch aufgebaut ist. Durch die Bestandsaufnahme und Neukonzeption von Angeboten an einem Ort sollen Lücken einer Präventionskette von der Geburt bis zum Übergang von der Schule in den Beruf geschlossen werden, damit sich die Folgen von materieller Armut im Kindesalter nicht auf das weitere Erwachsenenleben auswirken. Das Präventionsnetzwerk bildet eine Vernetzungsplattform für alle Organisationen und Initiativen, die sich bei der Bekämpfung von Kinderarmut vor Ort engagieren. Sie sollen ihre Aktivitäten durch die Zusammenarbeit in der Netzwerkgruppe gegenseitig kennen lernen und zusammenwirken, möglichst alle Angebote an einem Ort koordinieren und aufeinander abstimmen, Synergien finden und nutzen sowie neue gemeinsame Angebot schaffen, damit kein Kind zurückgelassen wird und möglichst viele Kinder, Jugendliche und ihre Eltern erreicht werden können.

Auf der lokalen Ebene haben sich solche Präventionsnetzwerke bereits als wirkungsvolles Instrument erwiesen.
Die beim Aufbau bzw. der Weiterentwicklung der Präventionsnetzwerke gegen Kinderarmut gewonnenen Erfahrungen wurden seitens der FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt praxisnah bilanziert. Dabei wurden Gelingensfaktoren für Förderprojekte zusammenzutragen.

Der ausführliche Bilanzierungsbericht ist auf der Website des Ministeriums für Soziales und Integration Baden-Württemberg veröffentlicht. Die Bilanzierung ist eine gute Handreichung für Standorte, die ganz neu ein Präventionsnetzwerk gegen Kinderarmut aufbauen oder ein bestehendes ausweiten wollen.

II. Ziel der Förderung

Der wirkungsvolle Ansatz der Präventionsnetzwerke gegen Kinderarmut wurde durch eine Bilanzierung konzeptionell vertieft und soll mit einer ausgeweiteten Förderung weiterverbreitet werden. Die Teilhabemöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen sollen durch weitere lokale Präventionsnetzwerke gegen Kinderarmut im Land gesteigert werden. Ziel des Landes ist es, dass im Jahr 2030 Präventionsnetzwerke gegen Kinderarmut möglichst in allen Stadt- und Landkreisen erprobt wurden.

Das Ministerium für Soziales und Integration stellt deshalb Mittel zur Verfügung, um den Aufbau von Präventionsnetzwerken gegen Kinderarmut an verschiedenen Standorten im Land zu fördern.

Ziel der Förderung ist der Aufbau oder die konzeptionelle Weiterentwicklung von Präventionsnetzwerken gegen Kinderarmut mit folgenden Elementen und Zielen:

1. Die Projektarbeit soll sich stark am theoretischen Konzept für Präventionsnetzwerke gegen Kinderarmut in Baden-Württemberg orientieren, welches in der veröffentlichten Bilanzierung ausführlich dargelegt wurde.
Ein Präventionsnetzwerk zeichnet sich durch eine visualisierte Präventionskette, eine steuernde Netzwerkkoordination und eine operativ tätige Netzwerkgruppe als unverzichtbare Elemente aus.

2. Ein Präventionsnetzwerk kann sich auf eine Kommune, einen Stadtteil oder ein Quartier erstrecken.
Die Auswahl der Projektstandorte soll anhand der Sozialstruktur erfolgen, das heißt die Projekte sollen an Orten stattfinden, an denen von einer besonders hohen Armutsgefährdung und Benachteiligung von Kindern und Jugendlichen auszugehen ist (z.B. hoher Anteil von Kindern und Jugendlichen im SGB II-Bezug, hoher Migrationsanteil, hohe Erwerbslosenquote).

3. Ziel ist die Errichtung einer Vernetzungsplattform, das heißt die Einbeziehung eines breiten Spektrums aller Institutionen, die sich vor Ort gegen Kinderarmut engagieren:
Fachkräfte des Gesundheits- und Bildungswesens, der Sozial- und Jugendämter, der Kindertagesstätten, Jugendzentren, Mütterzentren, Familienzentren, Mehrgenerationenhäuser, der Angebote der Frühen Hilfen (z.B. Familienhebammen, Familien-, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/innen, ehrenamtlich tätigen Personen wie z.B. Familienpatinnen und Familienpaten), der Familienbildungseinrichtungen, Sportvereine, Jobcenter, Krankenkassen, Wohlfahrtsverbände, Vereine/Verbände von Menschen mit Migrationshintergrund und/oder Fluchterfahrung, von weiteren Initiativen (z.B. Runder Tisch, Arbeitstreffen, Arbeitsgruppen) sowie engagierte Bürgerinnen und Bürger. Explizit formulierte strategische Ziele und ein niedergeschriebenes Präventionsverständnis bieten für alle Beteiligten eine klare Zielvorgabe.

4. Zielgruppe der Netzwerke sind Kinder, Jugendliche und ihre Familien, die in Kommunen, Stadtteilen oder Quartieren leben, bei denen aufgrund ihrer Sozialstruktur von einer besonders hohen Armutsgefährdung und Benachteiligung von Kindern und Jugendlichen auszugehen ist. Für die Armutsprävention sind Kindheit und Jugend die entscheidenden Lebensphasen.
Mit dem Förderaufruf sollen vor allem die besonders stark armutsgefährdeten Kinder von Alleinerziehenden, Kinder in kinderreichen Familien (drei und mehr Kinder) sowie Kinder, die selbst oder deren Eltern eine Migrationsgeschichte haben, erreicht werden. Es geht aber auch um Kinder langzeitarbeitsloser Eltern sowie Kinder in besonderen Belastungssituationen, also Kinder psychisch- und suchtkranker Eltern oder Kinder in Trennungsfamilien.
Kinderarmut wird als Mangel an Teilhabe- und Verwirklichungschancen verstanden. Es handelt sich um einen multidimensionalen, nicht nur monetären Zugang zur Lebenslage von Kindern und Jugendlichen. Hieraus ergeben sich Handlungsfelder. Dazu gehört der (präventive) Kinderschutz und die Familienbildung, Bildung und Übergänge, Sprache und Spracherwerb, Gesundheit, Kinderbetreuung, Wohnen und Sozialraum sowie Teilhabe und Beteiligung. Da Kinderarmut nicht zu trennen ist von der Situation der Eltern, kommen die Themen Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie Ausbildungs- und Erwerbssituation der Eltern hinzu.
Die Zielgruppen und Handlungsfelder lassen sich in einer Matrix darstellen, die in der PDF-Version des Förderaufrufs darsgestellt wird.
Es ist eine Förderbedingung, dass die Bewerbungen mindestens zwei der in der Matrix genannten Zielgruppen erreichen und mindestens zwei der genannten Handlungsfelder abdecken. Die Ansätze zur Erreichung der in den Blick genommenen Zielgruppen und zur Berücksichtigung der Handlungsfelder sind darzulegen.
Bei der Auswahl der Bewerbungen wird darauf geachtet, dass alle ausgewählten Förderprojekte zusammen möglichst alle Zielgruppen und Handlungsfelder der Matrix abdecken.

5. Auf den Abbau von sprachlichen und kulturellen Hindernissen ist zu achten.
Die Möglichkeit der Beteiligung von Kindern, Jugendlichen und deren Eltern ist gewünscht.

6. Langfristig erreicht werden soll der Aufbau bzw. die Zusammenführung von Präventionsangeboten, die ohne Brüche von der Geburt bis zum Übergang von der Schule in den Beruf wirken. Eine sorgfältig recherchierte Bestandsanalyse der Angebote ist die Basis für die Erstellung einer nach Altersgruppen und Lebensphasen differenzierten Präventionskette (siehe hierzu ausführlich den veröffentlichten Bilanzierungsbericht).

7. Für eine wirksame Präventionskette ohne Brüche müssen auch neue Angebote und Maßnahmen zur Prävention von Kinderarmut und der Folgen eingerichtet werden. Hierfür können bis zu 50 Prozent der Mittel eingesetzt werden. Dabei sollen neue Formen der Ansprache, neue, verbesserte Formen von Zugängen, insbesondere die niedrigschwellige, nicht stigmatisierende Kontaktaufnahme sowie neue Methoden der Partizipation genutzt werden. Angebote sollen bedarfsgerecht und präventiv ausgerichtet sein. Ideen zu geplanten neuen Angeboten sind darzulegen. Die konkrete Ausgestaltung der Maßnahmen kann aber nach den Erkenntnissen aus der Visualisierung der Präventionskette und in Abstimmung mit den Partnerinnen und Partnern im Präventionsnetzwerk noch angepasst werden.

8. Weiteres Ziel ist die Sensibilisierung der Bevölkerung für das Thema Kinderarmut durch Öffentlichkeitsarbeit. Hierzu geplante Maßnahmen sind darzulegen.

9. Radfahren sowie eine selbstaktive Mobilität im öffentlichen Raum sollen zu den Grundfähigkeiten eines jeden Menschen gehören. Dazu muss man aber auch über Möglichkeiten verfügen, die Grundfähigkeiten auszuüben und erlernen zu können. Die Fähigkeit und die entsprechenden Möglichkeiten sind sozial ungleich verteilt.
Wir würden daher es begrüßen (keine Bedingung), wenn Projekte Module zum Erwerb dieser Grundfähigkeiten und den entsprechenden Ausübungsmöglichkeiten für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche planen würden. Bei Einbeziehung dieses Punktes ist eine Kennzeichnung im Antrag erforderlich. Nicht förderfähig ist allerdings die Anschaffung von Fahrrädern.

10. Das Konzept muss die Dokumentation und Auswertung vorsehen. Im Antrag ist anzugeben, wie die Wirksamkeit des mit dem Projekt umgesetzten Ansatzes überprüft werden soll. Die Bereitschaft zur Teilnahme an einer Bilanzierung wird vorausgesetzt.

11. Zu Projektbeginn soll die geplante Arbeit auf dieser Internetplattform unter der Rubrik "Veranstaltungen/Projekte" schriftlich vorgestellt werden. Die Bereitschaft zur Teilnahme an regelmäßigen Netzwerktreffen (zwei- bis dreimal pro Jahr) der bereits bestehenden Präventionsnetzwerke wird vorausgesetzt.

III. Antragsberechtigte

Antragsberechtigt sind Kommunen, Stadt- und Landkreise, Kirchen, Sozialverbände, Wohlfahrtsverbände, Gewerkschaften und andere Organisationen der Zivilgesellschaft.
Gemeinnützigkeit des Projekts und Rechtsfähigkeit des Antragsstellers werden vorausgesetzt.
Eine positive Stellungnahme der jeweiligen Standortkommune ist erforderlich, sofern nicht die Kommune selbst oder der Stadt- oder Landkreis den Antrag stellt.

IV. Mittelvergabe und Förderkriterien

Es ist vorgesehen, Fördermittel in Höhe von insgesamt 500.000 Euro für den Aufbau oder die Weiterentwicklung von Präventionsnetzwerken gegen Kinderarmut an verschiedenen Standorten bereitzustellen.
Die Gewährung von Zuwendungen erfolgt nach Maßgabe der Vorschriften der Landeshaushaltsordnung (LHO), insbesondere der §§ 23, 44 LHO und den Verwaltungsvorschriften hierzu. Ein Rechtsanspruch auf Gewährung einer Zuwendung besteht nicht.

Das Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg entscheidet nach pflichtgemäßem Ermessen unter Berücksichtigung der unter Ziffer II. festgelegten Zielsetzungen im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel.
Bewerbungen von Standorten, an denen bisher noch keine Landesförderung für ein Präventionsnetzwerk gegen Kinderarmut erfolgt ist, werden bei der Entscheidung bevorzugt behandelt.
Bei der Entscheidung wird eine Jury beratend hinzugezogen.

V. Finanzierungsart, zuwendungsfähige Ausgaben, weitere Fördermodalitäten

Die Zuwendung erfolgt in Form eines Zuschusses als Projektförderung. Die Maßnahmen werden im Wege der Anteilsfinanzierung in Höhe von bis zu 70% an den zuwendungsfähigen Ausgaben, begrenzt auf einen Höchstbetrag von 100.000 Euro im Einzelfall, gefördert. Zur Sicherstellung der Gesamtfinanzierung wird vorausgesetzt, dass mindestens 30% der zuwendungsfähigen Ausgaben durch eigene Mittel des Trägers oder von kommunaler bzw. dritter Seite (Drittmittel) erbracht werden.

Projekte und Maßnahmen müssen spätestens am 1. Dezember 2020 beginnen und innerhalb von zwei Jahren nach Projektbeginn abgeschlossen werden, das heißt das Projektziel muss im Rahmen der Förderung erreicht sein. Eine Weiterführung des Projekts im Wege einer anderweitigen Finanzierung wird ausdrücklich begrüßt.
Ein Projektbeginn vor Bewilligung ist nicht zulässig. Bereits bestehende Strukturen und Angebote können in das einzurichtende Netzwerk integriert werden. Dies ist förderunschädlich bezüglich des Netzwerkes. Für bereits bestehende Angebote, die in das Netzwerk integriert werden sollen, kann allerdings keine Zuwendung bewilligt werden.

Es können die zur Durchführung notwendigen Sach- und Personalkosten gefördert werden. Es können ausschließlich Ausgaben als zuwendungsfähig anerkannt werden, die im Durchführungszeitraum der Maßnahme kassenwirksam anfallen.
Die Auszahlung der Zuwendung richtet sich grundsätzlich nach den zuwendungsrechtlichen Bestimmungen.
Projekte, die bereits eine anderweitige Landesförderung erhalten, sind nicht förderfähig. Die im Wege dieser Ausschreibung bewilligten Mittel dürfen nicht zur Finanzierung oder Ko-Finanzierung anderer Projekte/Förderprogramme verwendet werden, ihre Verwendung als Eigenmittel, die im Rahmen anderer Projekte/Förderprogramme zu erbringen sind, ist ausgeschlossen.

VI. Verfahren

Für die Antragstellung ist das Antragsformular (DOCX-Format) auszufüllen.

Beizufügen ist ein detaillierter Kosten- und Finanzierungsplan, in dem alle für das Vorhaben vorgesehenen Ausgaben und Einnahmen sowie die Finanzierung (beantragte Landesförderung und der zu erbringende Eigenanteil/Drittmittel – mindestens 30%) – anteilig für die Jahre 2020, 2021 und 2022 - anzugeben sind. Die Ausgaben sind in (sofern gegeben) Personalausgaben unter Angabe der Eingruppierung und Sachausgaben (z.B. Werkvertrag, Reisekosten o.Ä.) zu untergliedern. Der Finanzierungsplan muss in Einnahme und Ausgabe ausgeglichen sein.
Falls die Höhe der Drittmittel noch nicht feststeht, ist der Stand der Finanzierungsbemühungen zu erläutern. Die Gesamtfinanzierung muss vor Projektbeginn gesichert sein.

Anträge werden bis zum 24. September 2020 (Posteingang) entgegengenommen. Nach Fristablauf eingehende Anträge werden nicht berücksichtigt.

Anträge sind zu richten an:
Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg
Referat 35 „Sozialhilfe, Eingliederungshilfe“
Herrn Michael Wolff
Else-Josenhans-Straße 6
70173 Stuttgart

Alternativ per Mail an: poststelle@remove-this.sm.bwl.de
bitte mit dem Stichwort “Förderaufruf Referat 35“,
Cc. an armutspraevention@remove-this.sm.bwl.de
 

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Förderaufruf "Kommunale Strategien zur Stärkung der gesundheitlichen Chancengleichheit von Kindern und Jugendlichen"

Antragsfrist bereits abgelaufen

Präambel

Im Jahr 2018 waren 19,0 Prozent der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren in Baden-Württemberg armutsgefährdet. Laut dem Ersten Armuts- und Reichtumsbericht in Baden-Württemberg stehen vor allem solche Heranwachsende unter vermehrtem Armutsrisiko, deren Eltern einen niedrigen Bildungsgrad aufweisen, einen Migrationshintergrund haben, SGB-II-Leistungen beziehen, kinderreich oder alleinerziehend sind.

Zahlreiche Studien weisen auf einen Zusammenhang von sozialer Ungleichheit und verminderten gesundheitlichen Chancen bei Kindern und Jugendlichen hin. Auch die Analysen von Daten der Einschulungsuntersuchungen in Baden-Württemberg im Rahmen des GesellschaftsReports 2018 „Familienarmut als Risiko für die Gesundheit von Kindern“ kommen zum gleichen Schluss. Die Ergebnisse zeigen auf, dass armutsgefährdete Kinder bereits im Vorschulalter im höheren Maße als ihre Altersgenossen unter gesundheitlichen Belastungen leiden, unter anderem in den Bereichen Übergewicht, Grobmotorik sowie Zahngesundheit.

Dieser Förderaufruf ist Teil der Strategie „Starke Kinder – chancenreich“ gegen Kinderarmut und des Schwerpunktjahrs 2020 gegen Kinderarmut. Ziel der Strategie ist es, in Kooperation mit verschiedenen Partnerinnen und Partnern mit Maßnahmen dazu beizutragen, dass Kindern und ihren Eltern in allen Lebenslagen gute Angebote der Förderung und Unterstützung bereitgestellt werden. Zu den mit der Strategie verbundenen Zielen gehören auch die Verbesserung der Kindergesundheit und die Stärkung der gesundheitlichen Chancengleichheit aller Kinder durch den Aufbau von gesundheitsfördernden Strukturen. Zu diesem Ziel soll der vorliegende Förderaufruf einen Beitrag leisten.

Das Land Baden-Württemberg möchte allen Kindern unabhängig vom Sozialstatus ihrer Eltern gerechte Chancen und Teilhabemöglichkeiten sowie eine gelingende gesundheitsförderliche Entwicklung ermöglichen.
Praxisbeispiele zeigen, dass auf lokaler Ebene integrierte kommunale Gesundheitsstrategien ein wirksames Instrument zur Armutsprävention und zur Förderung gesundheitlicher Chancengleichheit darstellen. Städte, Gemeinden und Stadtteile sind in der Lage, einen entscheidenden Beitrag für die gesundheitliche Chancengleichheit von Kindern und Jugendlichen zu leisten. Der zentrale Baustein einer solchen Strategie ist das Präventionsnetzwerk, welches ausgehend von der Kommunalverwaltung auf lokaler Ebene gegründet wird. Dieses Netzwerk umfasst alle kommunalen Organisationen und Initiativen, die sich für ein gesundes gelingendes Aufwachsen sowie für gleichberechtigte Teilhabechancen aller Kinder und Jugendlicher unabhängig vom sozialen Status der Eltern engagieren. So wirken beispielsweise staatliche und nicht-staatliche Träger und Fachkräfte aus den Bereichen Erziehung, Bildung, Betreuung und des Gesundheitswesens in einem solchen Netzwerk mit.

Das Präventionsnetzwerk hat zum Ziel, die Lebensverhältnisse in den Lebenswelten (z.B. Kita, Schule, Wohnort) der Kinder, Jugendlichen und ihrer Familien nachhaltig gesundheitsförderlich zu gestalten. Durch die Verzahnung und Weiterentwicklung von sozialen und gesundheitsbezogenen Angeboten soll zudem das Gesundheitsverhalten der Betroffenen verbessert werden. Bei der Maßnahmenplanung berücksichtigt das Netzwerk neben den Ressourcen und Bedarfen aus den Lebenswelten auch die spezifischen Herausforderungen, die sich in den jeweiligen Lebensphasen (z.B. frühe Kindheit oder Adoleszenz) und an den Umbrüchen zwischen den Lebensphasen von Kindern und Jugendlichen ergeben. Vor diesem Hintergrund ist die Beteiligung besonders von benachteiligten Familien ein zentraler Bestandteil einer kommunalen Strategie zur soziallagenbezogenen Gesundheitsförderung.

Für die Umsetzung kommunaler Strategien zur Stärkung der gesundheitlichen Chancengleichheit von Kindern und Jugendlichen stehen Fördermittel in Höhe von insgesamt 200.000 Euro zur Verfügung.

1. Zuwendungsziel und Rechtsgrundlage

Ziel der Förderung ist es, die gesundheitliche Chancengleichheit von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien in Städten, Gemeinden oder Stadtteilen durch die Entwicklung und Umsetzung kommunaler Strategien zu stärken.
Die Gewährung von Zuwendungen erfolgt nach Maßgabe der Vorschriften der Landeshaushaltsordnung (LHO), insbesondere §§ 23, 44 LHO und den Verwaltungsvorschriften hierzu. Ein Rechtsanspruch auf Gewährung einer Zuwendung besteht nicht. Vielmehr entscheidet die Bewilligungsbehörde auf Grund ihres pflichtgemäßen Ermessens im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel und unter Berücksichtigung der unter 2. festgelegten Förderkriterien.

2. Zuwendungsempfänger sowie Gegenstand und Kriterien der Förderung

Nach Maßgabe dieses Förderaufrufs können Land- und Stadtkreise gefördert werden, die Städte und Gemeinden oder Stadtteile bei der Entwicklung und Umsetzung kommunaler Strategien zur Stärkung der gesundheitlichen Chancengleichheit von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien beraten und begleiten.

Die Kernaufgaben der Land- und Stadtkreise umfassen dabei:
1. Fachliche Begleitung der Kommunen: Die Stadt- und Landkreise unterstützen die Kommunen im Hinblick auf die Konzeption und Umsetzung der kommunalen Strategien z.B. bei der Strategieentwicklung, der Netzwerkarbeit und der Maßnahmenplanung und -umsetzung.
2. Dokumentation und Wirksamkeit: Der gesamte Prozess ist unter Bezugnahme auf das im Bewerbungsantrag formulierte Konzept zu dokumentieren. Zudem ist die Wirksamkeit der einzelnen Maßnahmen mit Hilfe geeigneter Methoden zu überprüfen.
3. Berichtspflicht: Über den durchgeführten Prozess und dessen Ergebnisse sowie über die Arbeitsweise und Akteure der lokalen prozessrelevanten Netzwerke ist ein Bericht zu erstellen. Ein aussagekräftiger Überblick über die festgelegten Ziele, umgesetzte Maßnahmen und deren Wirksamkeit die konkreten Maßnahmen sowie die entwickelten und überprüften Ziele ist vorzulegen. Der Zuwendungsgeber ist darüber zu informieren falls der Projektverlauf maßgeblich vom ursprünglichen Planungsansatz abläuft.

Bei der Entwicklung und Umsetzung von kommunalen Strategien zur Stärkung der gesundheitlichen Chancengleichheit von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien in Städten, Gemeinden oder Stadtteilen sind folgende Kernelemente zu berücksichtigen:
1. Bedarfsorientierte und strukturierte Vorgehensweise: Das strategische Vorgehen in den Städten, Gemeinden und Stadtteilen orientiert sich an den Prozessschritten des Public-Health-Action-Cycles sowie den lokalen Bedarfen und Ressourcen.
2. Orientierung an den Lebensphasen, biographischen Übergängen und Lebenswelten der Kinder, Jugendlichen und ihrer Familien: Zentraler Bestandteil der kommunalen Strategie ist die soziallagenbezogene Gesundheitsförderung in den Lebensphasen, an den Übergängen zwischen den Lebensphasen und in den Lebenswelten von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien.
3. Schwerpunktthemen: Der Fokus des Prozesses liegt auf der Stärkung der gesundheitlichen Chancengleichheit im Hinblick auf ein gesundes und gelingendes Aufwachsen und die gesellschaftliche Teilhabe von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien. Je nach individuellem Bedarf kann die jeweilige Kommune Schwerpunkte innerhalb ihres Prozesses, z. B. bezüglich bestimmter Lebenswelten, Lebensphasen, Übergänge zwischen Lebensphasen oder Armutsrisiken, setzen.
4. Entwicklung eines lokalen Netzwerks: Innerhalb der Stadt, Gemeinde oder des Stadtteiles werden Organisationen und Initiativen, die sich für die soziale und gesundheitliche Entwicklung und die gesellschaftliche Teilhabe von Kindern und Jugendlichen engagieren, miteinander vernetzt. Hierbei soll ein breites Spektrum staatlicher und nicht-staatlicher Institutionen aus den Bereichen Bildung, Soziales, Gesundheit und der Bürgerschaft berücksichtigt werden.
5. Koordination: Die Kommunalverwaltung stellt eine zentrale Ansprechpartnerin bzw. einen zentralen Ansprechpartner zur Verfügung, die/der mit Unterstützung durch den Land-/Stadtkreis den Aufbau und die Aktivitäten des Netzwerks sowie die Entwicklung und Umsetzung einer kommunalen Strategie zur Stärkung der gesundheitlichen Chancengleichheit von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien koordiniert.
6. (Weiter-)Entwicklung von lokalen Strukturen und Maßnahmen für die gesundheitliche Chancengleichheit von Kindern und Jugendlichen: Bestehende Strukturen und Angebote zur Armutsprävention sowie der Förderung von Gesundheit und sozialer Teilhabe von allen Kindern, Jugendlichen und ihren Familien sollen miteinander verzahnt und weiter- und/oder neu entwickelt werden. Hierbei soll der niedrigschwellige Zugang zu zielgruppenspezifischen sozialen und gesundheitsbezogenen Angeboten im Vordergrund stehen. Darüber hinaus ist auf die Schaffung gesundheitsförderlicher Lebensverhältnisse für alle Kinder und Jugendliche hinzuwirken.
7. Partizipation der Zielgruppe: Kinder und Jugendliche sowie ihre Eltern sollen im Prozess beteiligt werden. Umfang und methodische Umsetzung sind den jeweiligen strategischen Zielen und den Zielgruppen anzupassen.

3. Zuwendungsvoraussetzungen

Die Gewährung einer Zuwendung setzt neben der Berücksichtigung der unter Ziffer 2 genannten Kernaufgaben der Prozessberatung sowie der Kernelemente der Strategien voraus, dass folgende Förderkriterien erfüllt werden:
1. Die Stadt- und Landkreise haben Städte oder Gemeinden (bei Landkreisen) bzw. Stadtteile (bei Stadtkreisen) identifiziert, bei denen im kreis- oder landesweiten Vergleich eine verstärkte soziale und gesundheitliche Benachteiligung von Kindern und Jugendlichen vorhanden ist und leiten daraus die Auswahl von mind. zwei Städten oder Gemeinden (bei Landkreisen) bzw. mind. zwei Stadtteilen (bei Stadtkreisen) ab.
2. Schriftliche Absichtserklärung des Bürgermeisters bzw. der Bürgermeisterin dieser Kommunen, eine kommunale Strategie zur gesundheitlichen Chancengleichheit von Kindern und Jugendlichen aufzubauen.
3. Bereitschaft der Städte und Gemeinden (bei Landkreisen) bzw. der Stadtkreise der Landesinitiative „Gesund aufwachsen und leben in Baden-Württemberg“ beizutreten (falls die Kommune noch kein Mitglied der Landesinitiative ist).
4. Die Stadt- und Landkreise legen für die ausgewählten Städte, Gemeinden bzw. Stadtteile jeweils ein Konzept zur Prozessberatung und -begleitung vor.
5. In diesem jeweiligen Konzept soll auch die Möglichkeit der nachhaltigen Fortführung der kommunalen Strategien nach Ende des Förderzeitraumes enthalten sein.

4. Art, Umfang und Höhe der Zuwendung

Projekte, die bereits eine anderweitige Landesförderung erhalten, sind nicht förderfähig.
Die Zuwendung erfolgt als Projektförderung im Wege der Festbetragsfinanzierung in Form eines Zuschusses bis zu einem Höchstbetrag von 100.000,00 Euro.
Die Gewährung einer Zuwendung setzt grundsätzlich den Einsatz von kassenwirk-samen Eigenmitteln in Höhe von mindestens 10 v.H. der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben voraus.
Zuwendungsfähig sind angemessene Personal- und Sachausgaben, die zur Durchführung der geförderten Maßnahme notwendig sind.
Die Fördermittel können max. zu 30 % für Sachkosten (z.B. Moderationskosten für Bürgerbeteiligung und Reisekosten) verwendet werden.

Nicht zuwendungsfähig sind insbesondere:
- Bau-, Investitionsausgaben
- Mobiliar
- Hard- und Software
- Zinsausgaben
- Abziehbare Vorsteuerbeträge (§ 15 UStG)
- Beiträge zu nicht gesetzlich vorgeschriebene Versicherungen
- Zuführungen an Rücklagen
- Nicht kassenwirksame Aufwendungen und Kosten
- Entgelte, soweit sie die Tarifverträge von Bund, Ländern und Kommunen übersteigen sowie über- oder außertarifliche Leistungen

Die Initiierung der kommunalen Strategien kann ab dem Zeitpunkt der Bewilligung, spätestens am 1. Oktober 2020, beginnen. Bereits bestehende Strukturen können in das noch einzurichtende Netzwerk integriert werden. Dies ist förderunschädlich bezüglich des Netzwerkes.
Die Förderung der kommunalen Strategien erstreckt sich – über einen Zeitraum von zwei Jahren – maximal bis zum 30. September 2022.

5. Sonstige Zuwendungsbestimmungen

Fachliche Unterstützung:
Nach Antragsbewilligung erfolgt eine fachliche Unterstützung für die bewilligten Land- und Stadtkreise durch das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg und die Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit Baden-Württemberg im Rahmen der Landesinitiative „Gesund aufwachsen und leben in Baden-Württemberg“ mit folgenden Inhalten:
- Fachberatung hinsichtlich der Zusammenarbeit mit teilnehmenden Städten, Stadtteilen und Gemeinden zu den Prozessschritten und Qualitätskriterien der kommunalen Gesundheitsförderung im Hinblick auf den Aufbau kommunaler Strategien zur gesundheitlichen Chancengleichheit von Kindern und Jugendlichen.
- Erfahrungsaustausch der teilnehmenden Land- und Stadtkreise.

6. Antragsverfahren

Für die Antragstellung ist ein Antragsformular (hier zum Download im DOCX-Format) zu verwenden. Beizufügen ist ein detaillierter Kosten- und Finanzierungsplan.
Anträge werden bis zum 31. August 2020 entgegengenommen.

Anträge sind zu richten an:
Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg
Referat 51 Grundsatz, Prävention, Öffentlicher Gesundheitsdienst
Else-Josenhans-Straße 6
70173 Stuttgart

Alternativ per Mail an: Poststelle@remove-this.sm.bwl.de
bitte mit dem Stichwort "Förderaufruf gesundheitliche ChancengleichheitReferat 51",
Cc. an gesundheitsdialog@remove-this.sm.bwl.de

Fragen zur Antragstellung:
Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg im Regierungspräsidium Stuttgart

Dr. Torben Sammet
Tel.: 0711/904 - 39407
E-Mail: torben.sammet@remove-this.rps.bwl.de

Philipp Herfs
Tel.: 0711/904 - 39404
E-Mail: philipp.herfs@remove-this.rps.bwl.de
 

7. Ausgewählte Fachliteratur zur Thematik

Zur Antragsstellung wird neben den bereits im Text angegeben Links das Heranziehen der nachfolgenden Fachliteratur empfohlen:
> Werkbuch Präventionskette
> Handbuch zur Kommunalen Gesundheitsförderung
> Handlungsempfehlung zur Bürgerbeteiligung bei Gesundheitsthemen
> Kriterien für gute Praxis der soziallagenbezogenen Gesundheitsförderung

Corona-Soforthilfe für Kinder und Jugendliche

Fördervolumen bereits ausgeschöpft

Es besteht aufgrund der Corona-Krise ein spezifischer Bedarf von Kindern und Jugendlichen, der mit einem Soforthilfeprogramm gedeckt werden soll.

Ein solches Programm soll zwei Ziele erfüllen, die konzeptionell miteinander verbunden sein müssen:
- Es soll Kindern und Jugendlichen sinnvolle Ideen aufzeigen, mit denen sie die langwierige und ungewisse Zeit gestalten können. Dafür soll ihnen zum Beispiel Bastelmaterial, Malutensilien sowie Bücher oder Spiele/Spielzeug überlassen werden.
- Damit verbunden soll auf pädagogisch wertvolle Weise der direkte Kontakt mit den Kindern und Jugendlichen sowie deren Eltern gesucht und gehalten werden, die Grundlage für eine ausbaufähige Vertrauenssituation.

Ein persönlicher Kontakt zwischen antragsstellender Organisation und Kindern ist unter Berücksichtigung der „Corona Verordnung Angebote Kinder- und Jugendarbeit sowie Jugendsozialarbeit“ möglich. Stattdessen oder darüber hinaus kann die Kontaktaufnahme auch telefonisch oder digital, also per Mail, per Chat per Videotelefonie oder über die sozialen Medien erfolgen.

Antragsberechtigt sind Vereine, Verbände und rechtsfähige Initiativen, die sich bereits bei der Prävention von Kinderarmut engagieren, sowie Städte und Gemeinden, Stadt- und Landkreise.

Erstattet werden können die Aufwendungen für eine sinnvolle Beschäftigung z.B. für Bastelmaterial, Malutensilien sowie Bücher, Spiele/Spielzeug oder Ähnliches von geringem finanziellem Wert, das Kindern und Jugendlichen aus armutsgefährdeten Familien bereitgestellt wird. Voraussetzung für die Förderung ist ein geeignetes pädagogisches Konzept, mit dem der direkte Kontakt mit den Kindern und Jugendlichen gesucht wird.

Das Fördervolumen pro Antrag ist auf max. 2.500 Euro begrenzt.
Der Antragszeitrum bezieht sich auf Maßnahmen, die zwischen 1. Mai 2020 und 31. August 2020 durchgeführt wurden bzw. noch werden.
Die Anträge werden nach Eingang berücksichtigt. Es besteht grundsätzlich kein Anspruch auf eine Soforthilfe. Die Entscheidung erfolgt im pflichtgemäßem Ermessen. Bei positiver Entscheidung erfolgt die Erstattung im Wege des Aufwandsersatzes nach Abschluss und Einreichung von Belegen.

Anträge bitte mit dem Antragsformular (DOCX-Format) per Mail (als PDF-Anhang) an poststelle@remove-this.sm.bwl.deundarmutspraevention@remove-this.sm.bwl.de mit dem Betreff „Antrag Soforthilfe für Kinder“ senden.

 

Förderaufruf "Elternmentorenprogramme"

Antragsfrist bereits abgelaufen

1. Ziel und Zweck der Förderung
Zugewanderten Familien soll die Orientierung in neuen gesellschaftlichen Strukturen erleichtert werden. Dies ist insbesondere auch für Eltern und Erziehungsverantwortliche von Kindern im Hinblick auf Beratungs-, Bildungs- und Betreuungsstrukturen sowie entsprechender Angebote von hoher Relevanz. Daher steht die Stärkung der Erziehungs- und Bildungsverantwortung neu zugewanderter Familien im Vordergrund. Hierzu können Elternmentorenprogramme Eltern und Erziehungsverantwortliche insbesondere in Bildungsfragen und hier speziell an den Systemübergängen beraten und begleiten. Dies erhöht die Bildungschancen von Kindern zugewanderter Familien und schafft damit eine wichtige Voraussetzung für einen gesicherten sozialen Status.

Dies wird auch durch den GesellschaftsReport 2/2020 mit dem Titel „Arm ist nicht gleich arm: Armut bei Kindern mit Migrationshintergrund“ bestätigt. Er nimmt Bezug darauf, dass die Armutsgefährdungsquote von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund rund dreimal so hoch ist wie die derjenigen ohne Migrationshintergrund. Um hier gegenzusteuern, schlägt der Report u.a. vor, Eltern mit Migrationshintergrund landesspezifisches gesellschaftliches und institutionelles Wissen zu vermitteln sowie durch gezieltes Mentoring und Empowerment von Eltern die Situation von Familien mit Migrationshintergrund zu verbessern.

Ziel der geplanten Förderung ist daher die Entwicklung und Stärkung nachhaltiger Strukturen der Beteiligung von Eltern mit Migrationshintergrund am Bildungsweg ihrer Kinder sowie an den Regelstrukturen der Kommunen und des Bildungswesens. Die Elternbeteiligung in den Kommunen soll quantitativ ausgebaut sowie überregional oder landesweit qualitativ weiterentwickelt werden.

Die Beteiligung von Eltern mit Migrationshintergrund am Bildungsweg ihrer Kinder hat viele Orte und Akteure, vor allem die Bildungseinrichtungen selbst, aber auch Familien- und Stadtteilzentren, Arbeitsagenturen, Kammern, Elternvereine, Migrantenorganisationen und Projektinitiativen. Erfahrungsgemäß sind die Wirkungen am größten, wenn mehrere Akteure aufeinander abgestimmt handeln. Ein weiterer Erfolgsfaktor liegt in der Verbreitung und Weiterentwicklung der kon-zeptionellen Arbeit und der Qualifizierung der Akteure.

2. Welche Maßnahmen werden gefördert?
2.1 Gewinnung und Qualifizierung von ehrenamtlich Tätigen (zum Beispiel als Bildungs- oder Elternlotsen bzw. -mentoren) sowie Erstattung der Auslagen für ihre Tätigkeit.
2.2 Anlassbezogene oder regelmäßig wiederkehrende Maßnahmen zur Förderung der Elternbeteiligung, zur Heranführung von Elternprojekten an die Regelstrukturen der Kommune und des Bildungswesens sowie zu ihrer Vernetzung (zum Beispiel Eltern- oder Beratungstage, elternbezogene Maßnahmen eines Bildungsbüros oder einer Bildungsregion, Elterncafés, Runde Tische in Kommunen, in Bildungseinrichtungen oder bei Elternvereinen).
2.3 Überregionale oder landesweite Qualifizierung und Weiterbildung für haupt- und ehrenamtlich Tätige sowie Veranstaltungen zu Erfahrungsaustausch, Wissenstransfer, Qualitätsentwicklung und Vernetzung einschließlich der Auslagen ehrenamtlich tätiger Teilnehmender (zum Beispiel Elternseminare, Projektbasare, Seminare für Multiplikatoren, Koordinationstreffen).
2.4 Sonstige Maßnahmen zur Entwicklung und Stärkung nachhaltiger Strukturen der Elternbeteiligung.

3. Wer wird gefördert?
Gefördert werden Kommunen, bei Maßnahmen nach Nummer 2.3 auch freie Träger, zum Beispiel Verbände, Vereine, Stiftungen, juristische Personen und Projektpartnerschaften aus den Genannten. Die Kommunen können die Zuwendun-gen gemäß Nummer 12 der VV-LHO zu § 44 LHO ganz oder teilweise an Dritte weitergeben.

4. Art, Umfang und Höhe der Zuwendung
4.1 Die Zuwendung erfolgt in Form eines Zuschusses als Projektförderung.
4.2 Gefördert werden:
4.2.1 Maßnahmen nach Nummer 2.1, 2.2 und 2.4 im Wege der Anteilsfinanzierung in Höhe von 60% der zuwendungsfähigen Ausgaben, höchstens 20.000 Euro je Maßnahme. Bei Maßnahmen nach Nummer 2.4 kann das Ministerium für Soziales und Integration ausnahmsweise eine Anteilsfinanzierung in Höhe von bis zu 80% der zuwendungsfähigen Ausgaben zulassen.
4.2.2 Maßnahmen nach Nummer 2.3 im Wege der Anteilsfinanzierung in Höhe von 80% der zuwendungsfähigen Ausgaben, höchstens 50.000 Euro je Maßnahme.
4.3 Zuwendungsfähige Ausgaben sind die für die Maßnahme anfallenden Sachausgaben (z.B. Materialausgaben, Mieten für Veranstaltungsräume, Gebühren, Druckausgaben, Reisekosten, Bewirtungsausgaben, Dienstleistungen) und zu-ordenbar anfallenden Personalausgaben.
4.4 Zuwendungen unter 2.000 Euro werden nicht bewilligt

5. Zuwendungsvoraussetzungen Zuwendungen für Maßnahmen, die aus anderen Programmen des Landes oder von anderen juristischen Personen des öffentlichen Rechts gefördert werden, sind ausgeschlossen.
Eine Förderung ist ausgeschlossen, wenn mit der Maßnahme bereits begonnen wurde. Die Maßnahmen sind bis 30. September 2021 abzuschließen.
Träger und Akteure der Maßnahmen müssen fachlich qualifiziert und zuverlässig sein. Projektkooperationen mit weiteren kommunalen Akteuren sind gewünscht, insbesondere mit Migrantenorganisationen. Personen mit Migrationshintergrund sind an den Maßnahmen zu beteiligen. Die geförderten Maßnahmen oder Projekte dürfen keine rassistischen, sexistischen, diskriminierenden oder herabwürdigenden Inhalte aufweisen.
Der Zuwendungsempfänger ist verpflichtet, bei der Öffentlichkeitsarbeit darauf hinzuweisen, dass die Maßnahme mit Mitteln des Ministeriums für Soziales und Integration gefördert wird. Die folgende Formulierung ist mit Logo des Ministeriums für Soziales und Integration vorzunehmen: „Gefördert von (Logo)“. Das Logo können Antragstellende nach Bewilligung auf Anfrage von der Pressestelle des Ministeriums erhalten. Bei Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit ist vor der Veröffentlichung eine Abstimmung mit der Pressestelle des Ministeriums vorzunehmen. Im Antrag und im Verwendungsnachweis werden Erfolgskriterien erfasst, anhand derer die Wirksamkeit der geförderten Maßnahmen beurteilt werden kann. Bei der Durchführung sind die entsprechenden Daten zu erheben. Die Daten werden ausgewertet und können veröffentlicht werden.

6. Antragsstellung und Verfahren
Anträge sind bis 14. August 2020 per E-Mail an poststelle@remove-this.sm.bwl.de beim Ministerium für Soziales und Integration einzureichen. Angaben, die über den vorgesehenen Umfang des Antragsformulars (PDF-Format) hinausgehen, können für die Anträge nicht berücksichtigt werden. Dem Antrag ist ein detaillierter Kosten- und Finanzierungsplan beizulegen, aus dem die Gesamtfinanzierung ersichtlich ist. Personalkosten sind nach einem Stundensatz oder dem Prozentanteil an einer Vollzeitstelle aufzuschlüsseln.
Die Maßnahmen in freier Trägerschaft müssen mit den Kommunen, in deren Gebiet die Maßnahme durchgeführt wird, und den dort zuständigen Integrationsbeauftragten – sofern vorhanden – abgestimmt werden. Die Abstimmung muss von den Kommunen und den dort zuständigen Integrationsbeauftragten – sofern vorhanden – im Antrag bestätigt werden.
Für Rückfragen steht Herr Lottermann zur Verfügung (Lottermann@remove-this.sm.bwl.de; Tel.: 0711/123-3749).

Eine Jury gibt Empfehlungen für die Förderentscheidung ab. Auf Basis der Empfehlungen der Jury entscheidet das Ministerium für Soziales und Integration über die Anträge und teilt den Antragstellern die Entscheidung mit. Die Entscheidung des Ministeriums für Soziales und Integration muss nicht begründet werden. Die Förderung erfolgt nach Maßgabe der §§ 23 und 44 Landeshaushaltsordnung für Baden-Württemberg (LHO) sowie den Allgemeinen Verwaltungsvorschriften (VV-LHO) hierzu und nach Maßgabe des Staatshaushaltsplanes. Die Zuwendungen werden im Rahmen der Haushaltsermächtigungen nach pflichtgemäßem Ermessen bewilligt. Ein Rechtsanspruch auf Förderung besteht nicht. Für die Aufhebung und Erstattung finden die Vorschriften des Landesverwaltungsverfahrensgesetzes, insbesondere die §§ 48, 49 und 49 a Anwendung.

> Den Förderaufruf können Sie auch als PDF-Dokument herunterladen.
> Hier erhalten Sie das Antragsformular (im PDF-Format).

Förderaufruf "Wir gehören dazu – Strategien zur Verbesserung der Chancen von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund"

Antragsfrist bereits abgelaufen

I. Ausgangssituation
Bei der Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung legt die Landesregierung einen besonderen Schwerpunkt auf die Bekämpfung von Kinderarmut. Armut ist ein erheblicher Risikofaktor für die kindliche Entwicklung. Finanzielle Einschränkungen gehen mit beeinträchtigten Bildungs- und Entwicklungschancen einher und verringern die Möglichkeiten, kulturellen und sozialen Aktivitäten nachzugehen. Zudem steigt die Wahrscheinlichkeit, ungesünder und sozial segregiert aufzuwachsen. Kinder mit Migrationshintergrund haben größere Schwierigkeiten, sich im Laufe ihres Lebens aus der Armutssituation zu befreien, als Kinder ohne Migrationshintergrund. Für sie besteht deshalb höherer Förderbedarf, um den negativen Kreislauf der Armutsgefährdung durchbrechen zu können.

In Baden-Württemberg sind Kinder und Jugendliche deutlich stärker von Armut betroffen als die Gesamtbevölkerung. Nach den Ergebnissen des Mikrozensus galt im Jahr 2018 ein Anteil von 19% der Unter-18-Jährigen nach dem Landesmedian als armutsgefährdet. In der Gesamtbevölkerung lag der entsprechende Wert hingegen bei 15,2%.

Das Land hat vor diesem Hintergrund eine Strategie gegen Kinderarmut aufgelegt: Ziel der Strategie „Starke Kinder – chancenreich“ ist es, im Laufe des Schwerpunktjahres 2020 gegen Kinderarmut und über dieses Jahr hinaus zielgerichtete Maßnahmen zur Verbesserung von Chancen für armutsgefährdete Kinder in Baden-Württemberg bereitzustellen, bereits begonnene Maßnahmen fortzuführen und in Zusammenarbeit mit Partnerinnen und Partner weitere Maßnahmen zu initiieren. Dabei sollen die Kinder im Fokus stehen, bei denen die Armutsgefährdung besonders hoch ist.

Zu den definierten Zielgruppen der Strategie „Starke Kinder – chancenreich“ gehören auch Kinder und Jugendliche, die selbst oder deren Eltern eine Migrationsgeschichte haben. Diese Kinder sind mit einer Armutsgefährdungsquote von 29,3% signifikant häufiger von Armut bedroht als Kinder, die in Familien ohne Migrationshintergrund aufwachsen (10,5%). Die Differenz in den Quoten besteht bereits seit Jahrzehnten (vgl. auch Erster Armuts- und Reichtumsbericht Baden-Württemberg 2015) und ist in den letzten Jahren zeitweise sogar angestiegen. Eine Ursache für diesen Anstieg dürfte im großen Zuzug geflüchteter Familien vor allem in den Jahren 2014 bis 2016 liegen.

Betrachtet man die Quoten für Kinder mit direkter und indirekter Migrationserfahrung im Jahr 2018 getrennt, zeigt sich, dass vor allem Kinder, die selbst mit ihrer Familie nach Deutschland eingewandert sind, in höherem und in zunehmendem Maße von Armut bedroht sind (48,8%). Aber auch die Armutsgefährdungsquote von Kindern ohne eigene Migrationserfahrung, die also in Deutschland geboren sind (24,8%), übersteigt die Armutsgefährdungsquote der Kinder ohne Migrationshintergrund erheblich (10,5%). Besonders von Armut bedroht sind in Baden-Württemberg – neben Kindern aus den aktuellen Flüchtlingsregionen – Kinder, deren Familien aus Rumänien (38,9%) und der Türkei (35,3%) stammen.

Ausgehend von der hohen Armutsgefährdung von Kinder mit Migrationshintergrund und dem damit verbundenen Handlungsbedarf hat das Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg bei der FamilienForschung im Statistischen Landesamt Baden-Württemberg als Baustein der Strategie „Starke Kinder chancenreich“ einen GesellschaftsReport in Auftrag gegeben, in welchem der Frage nachgegangen wird, weshalb dieser Unterschied in der Armutsgefährdung zwischen Kindern und Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund besteht und durch welche Faktoren er sich erklären lässt. Der Report sollte auch dazu dienen, geeignete Maßnahmen zu identifizieren, um der Armutsgefährdung von Kindern mit Migrationshintergrund entgegenzuwirken.

Der GesellschaftsReport „Arm ist nicht gleich arm: Armutsgefährdung bei Kindern mit Migrationshintergrund“ kommt zu folgenden Ergebnissen:
- Die höhere Armutsgefährdung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund erklärt sich nicht nur durch die üblichen Armutsrisikofaktoren wie niedrige Bildung, Erwerbslosigkeit und Kinderreichtum. Grundsätzlich schützende Faktoren wie eine hohe Bildung und das Vorhandensein einer Erwerbstätigkeit oder das Aufwachsen in Paarfamilien mit ein oder höchstens zwei Kindern verhindern eine Armutsgefährdung von Kindern mit Migrationshintergrund nicht in ausreichendem Maße.
- Es konnte herausgearbeitet werden, dass insbesondere mangelhafte deutsche Sprachkenntnisse in Familien mit Migrationshintergrund einen Beitrag zur Erklärung einer höheren Armutsgefährdung leisten. So kommt der deutschen Sprachkompetenz eine Schlüsselfunktion zur Integration in Gesellschaft und Arbeitsmarkt zu.
- Der Report dokumentiert Ansätze der Armutsbekämpfung in Baden-Württemberg, in denen durch gezieltes Mentoring und das Empowerment von Eltern und Kindern die Situation von Familien mit Migrationshintergrund verbessert und eine Reproduktion von Armut vermieden werden kann.
- Die im Report vorgestellten Handlungsansätze zeigen, wie durch Sprachförderung, dem Vorhandensein von Vorbildern als Brückenbauer, durch niedrigschwellige Eltern- und Familienbildungsangebote sowie mithilfe einer interkulturell sensiblen Gesellschaft die Folgen von Armut für Eltern und Kinder abgefedert werden können.

II. Ziel des Förderaufrufs
Es ist ein wichtiges Anliegen des Landes, dass allen Menschen unabhängig von Herkunft und Staatsangehörigkeit die gleichen Chancen offenstehen, die gleichen Chancen auf ein Leben mit gesichertem Einkommen, auf gesellschaftlichen Aufstieg. Dazu gehört es, der Armutsgefährdung von Kindern mit Migrationshintergrund zu einem möglichst frühen Zeitpunkt entgegenzuwirken. Armut im Kindesalter soll nicht der kindlichen Entwicklung, den Bildungs-, Teilhabe- und Zukunftschancen der Kinder und der Aussicht auf ein selbstbestimmtes Leben im Wege stehen. Unsere Gesellschaft ist auch vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung darauf angewiesen, dass alle Kinder und Jugendlichen ihre Talente und Fähigkeiten vollumfänglich entwickeln und einbringen können.

Dieser Förderaufruf baut auf den Ergebnissen des GesellschaftsReports „Arm ist nicht gleich arm: Armut bei Kindern mit Migrationshintergrund“ auf und will nachhaltige Projekte initiieren, die der Armutsgefährdung von Kindern mit Migrationshintergrund entgegenwirken, die Teilhabechancen trotz Armutsgefährdung verbessern helfen und die Möglichkeit bieten, Ideen auszutesten und neue Wege und Methoden vor Ort zu erproben.
Die unter Beteiligung einer Jury vom Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg ausgewählten Projekte sollen als „Best-Practice-Beispiele“ auf dieser Website veröffentlicht und so breit bekannt gemacht werden. Auf diese Weise sollen flächendeckend Impulse zu ähnlichen Maßnahmen gegeben werden.

Im Rahmen der geförderten Projekte und Maßnahmen sollen insbesondere folgende Kriterien in den Blick genommen werden:
a) Der Armutsgefährdung von Kindern mit Migrationshintergrund entgegenwirken
Es sollen Anstöße für den Aufbau neuer und möglichst langfristig angelegter Projekte gegeben werden, die der Armutsgefährdung von Kindern mit Migrationshintergrund entgegenwirken und zur Verbesserung ihrer Teilhabechancen beitragen. Dabei sollen Handlungsansätze verfolgt werden, die die Anliegen von Kindern und deren Eltern in den Fokus rücken. Kulturelle und sprachliche Barrieren sollen berücksichtigt und möglichst überwunden werden.

Ansatzpunkte dafür könnten beispielsweise sein (die Aufzählung ist nicht abschließend):
- Förderung der Alphabetisierung und Grundbildung der Kinder/Eltern,
- Förderung der Resilienz von armutsgefährdeten Eltern mit Migrationshintergrund und ihren Kindern,
- Vermittlung von landesspezifischem, gesellschaftlichem und institutionellem Wissen an Eltern mit Migrationshintergrund, damit sie unterstützt werden, ihre Kinder bspw. beim Durchlaufen der Ausbildungslaufbahn zu unterstützen oder aber staatliche und soziale Unterstützungsangebote für sich und ihre Kinder in Anspruch zu nehmen (Abbau von funktionalem Analphabetismus),
- Begleitung der Eltern bei Behördengängen bezüglich Familienangelegenheiten, um eine durch fehlende sprachliche Kenntnisse oder fehlendes institutionelles Wissen bedingte strukturelle Benachteiligung der Kinder zu verhindern,
- Elternbildungsangebote in den Bildungswelten der Kinder (KiTa, Schule, Familienzentren),
- der Einsatz von muttersprachlichen Multiplikatorinnen und Multiplikatoren/Brückenbauerinnen und Brückenbauern
- Sensibilisierung der Gesellschaft, um Diskriminierung zu vermeiden (bewusste und unbewusste Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt, in der Schule, in der Nachbarschaft und in der Gesellschaft)
Soweit im Projekt ein Elternmentorenprogramm vorgesehen wird, wird auf den zeitgleich veröffentlichten „Förderaufruf Elternmentorenprogramme“ verwiesen.

b) Neues Projekt
Es muss sich um die Umsetzung einer neuen Idee, eines innovativen Ansatzes handeln, um der Armutsgefährdung von Kindern mit Migrationshintergrund entgegenzuwirken und zur Verbesserung ihrer Teilhabechancen beizutragen. Es kann sich um neue Formen des Zugangs oder um neue Formen der Durchführung von Maßnahmen handeln. Das Projekt soll geeignet sein, einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Angebote zugunsten von armutsgefährdeten Kindern mit Migrationshintergrund zu leisten. Zugleich soll das Projekt zur Übertragung auf andere Standorte geeignet sein.

c) Niedrigschwellige Herangehensweise
Die Angebote sollen als niedrigschwellige Angebote ausgestaltet werden. Geeignet sind auch aufsuchende Formate. Die Angebote sollen gebührenfrei und gut erreichbar sein.

d) Weitere Kriterien für die Auswahl sind unter anderem:
- Standort in einem benachteiligten Stadtteil oder Stadtteilen mit einem hohen Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund und armutsnaher Bevölkerung
- Kooperation von mehreren Organisationen als Partnerinnen und Partner im Sozialraum, sozialraumorientierter Ansatz
- wohnortnahe Angebote im Quartier
- armutssensible und nicht-stigmatisierende Herangehensweise
- höchstmögliche Beteiligung der betroffenen Kinder und deren Familien
- Ansätze der Hilfe zur Selbsthilfe
- Ansätze zur Sensibilisierung und Aktivierung der Öffentlichkeit
Keine Förderung ist möglich für Projekte mit kommerzieller Orientierung oder parteipolitischer oder religiöser Ausrichtung.

e) Dokumentation und Auswertung
Das Konzept muss eine Dokumentation und Auswertung des Projekts vorsehen. Im Antrag ist anzugeben, wie die Wirksamkeit des mit dem Projekt umgesetzten Ansatzes überprüft werden soll. Das Einverständnis mit der Veröffentlichung durch das Land wird vorausgesetzt.

f) Pandemie
Grundsätzlich sind – soweit noch erforderlich – die Pandemie-Schutzvorschriften einzuhalten.

III. Mittelvergabe und Förderkriterien
Es ist vorgesehen, Fördermittel in Höhe von insgesamt 300.000 Euro bereitzustellen. Die Gewährung von Zuwendungen erfolgt nach Maßgabe der Vorschriften der Landeshaushaltsordnung (LHO), insbesondere den §§ 23, 44 LHO und der Verwaltungsvorschrift hierzu.
Ein Anspruch auf Gewährung einer Zuwendung besteht nicht. Vielmehr entscheidet das Ministerium für Soziales und Integration aufgrund seines pflichtgemäßen Ermessens im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel. Bei der Entscheidung wird eine Jury beratend hinzugezogen. Bei der Entscheidung über die Zuwendungsgewährung werden insbesondere die unter II. genannten Kriterien berücksichtigt.

IV. Antragsberechtigte
Antragsberechtigt sind Kommunen, Kirchen, Sozialverbände, Wohlfahrtsverbände, Gewerkschaften und andere Organisationen der Zivilgesellschaft.
Gemeinnützigkeit des Projekts und Rechtsfähigkeit des Antragsstellers werden vorausgesetzt.
Eine positive Stellungnahme der jeweiligen Standortkommune ist erforderlich.

V. Finanzierungsart und zuwendungsfähige Ausgaben
Die Zuwendung erfolgt in Form eines Zuschusses als Projektförderung. Die Maßnahmen werden im Wege der Anteilsfinanzierung in Höhe von bis zu 70% an den zuwendungsfähigen Ausgaben, begrenzt auf einen Höchstbetrag von 60.000 Euro im Einzelfall, gefördert. Zur Sicherstellung der Gesamtfinanzierung wird vorausgesetzt, dass mindestens 30% der zuwendungsfähigen Ausgaben durch eigene Mittel des Trägers oder von kommunaler bzw. dritter Seite (Drittmittel) erbracht werden.
Projekte und Maßnahmen müssen spätestens am 1. Dezember 2020 beginnen und innerhalb von einem Jahr nach Projektbeginn abgeschlossen werden, das heißt das Projektziel muss im Rahmen der Förderung erreicht sein. Eine Weiterführung des Projekts im Wege einer anderweitigen Finanzierung wird ausdrücklich begrüßt.
Ein Projektbeginn vor Bewilligung ist nicht zulässig.
Es können die zur Durchführung notwendigen Sach- und Personalkosten gefördert werden.
Die Auszahlung der Zuwendung erfolgt in Teilbeträgen und richtet sich grundsätzlich nach den zuwendungsrechtlichen Bestimmungen.
Projekte, die bereits eine anderweitige Landesförderung erhalten, sind nicht förderfähig. Die im Wege dieser Ausschreibung bewilligten Mittel dürfen nicht zur Finanzierung oder Ko-Finanzierung anderer Projekte/Förderprogramme verwendet werden, ihre Verwendung als Eigenmittel, die im Rahmen anderer Projekte/Förderprogramme zu erbringen sind, ist ausgeschlossen.

VI. Verfahren
Für die Antragstellung ist der Bewerbungsbogen (DOCX-Format) auszufüllen.
Beizufügen ist ein detaillierter Kosten- und Finanzierungsplan, in dem alle für das Vorhaben vorgesehenen Ausgaben und Einnahmen sowie die Finanzierung (beantragte Landesförderung und der zu erbringende Eigenanteil/Drittmittel – mindestens 30%) anzugeben sind. Die Ausgaben sind in (sofern gegeben) Personalausgaben unter Angabe der Eingruppierung und Sachausgaben (z.B. Werkvertrag, Reisekosten o.Ä.) zu unterteilen. Ebenso muss angegeben werden, aus welchen Einnahmen (Mittel aus beantragter Landesförderung, Eigenmittel, Mittel von dritter Seite) die Ausgaben finanziert werden sollen. Der Finanzierungsplan muss in Einnahmen und Ausgaben ausgeglichen sein.
Falls die Höhe der Drittmittel noch nicht feststeht, ist der Stand der Finanzierungsbemühungen zu erläutern. Die Gesamtfinanzierung muss vor Projektbeginn gesichert sein.
Anträge werden bis zum 14. August 2020 (Posteingang) entgegengenommen.
Nach Fristablauf eingehende Anträge werden nicht berücksichtigt.

Anträge sind zu richten an
Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg
Referat 35 „Sozialhilfe, Eingliederungshilfe“
Dr. Christine Weber-Schmalzl
Else-Josenhans-Str. 6
70174 Stuttgart
Alternativ per Mail an: Poststelle@remove-this.sm.bwl.de (CC. an Armutspraevention@remove-this.sm.bwl.de) mit dem Stichwort „Förderaufruf Referat 35“.

> Den Förderaufruf können Sie auch als PDF-Dokument herunterladen.
> Hier erhalten Sie das Antragsformular (im DOCX-Format).

Ausschreibung zur Beauftragung der Einrichtung einer digitalen Infrastruktur und technischen Unterstützung bei der Durchführung des Kongress Kinderarmut

Bewerbungsfrist bereits abgelaufen

Am 19./20. Oktober 2020 veranstaltet das Ministerium für Soziales und Integration zusammen mit der Landesarmutskonferenz, der Liga der freien Wohlfahrtspflege, dem Landesfamilienrat und der FamilienForschung im Statistischen Landesamt Baden-Württemberg den digitalen Kongress „Ein starkes Land braucht starke Kinder! – Strategien gegen Kinderarmut in Baden-Württemberg“.

Für die Einrichtung einer digitalen Infrastruktur und die technische Unterstützung bei der Durchführung des Kongress Kinderarmut wollen wir ein Dienstleistungsunternehmen beauftragen.

Ziel des Kongresses ist es, Strategien gegen Kinderarmut und Maßnahmen zur Armutsprävention zu diskutieren und weiterzuentwickeln.
Die Veranstaltung richtet sich sowohl an fachkundige und interessierte Referentinnen und Referenten sowie Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter in den Kommunen, Verbänden, Vereinen und Projekten als auch an Jugendliche und deren Eltern bzw. Menschen mit Armutserfahrung und entsprechende Interessenvertretungen.
Wir erwarten für den Teil, den die Beauftragung betrifft, 200-300 Teilnehmende. Eine Anmeldung ist erforderlich, so dass die tatsächliche Anzahl der Teilnehmenden im Vorfeld bekannt ist.

> Ablauf der Veranstaltung in Kurzform mit Hinweisen zu den Beauftragungsteilen

Der Auftrag soll im Wege einer Verhandlungsvergabe gemäß Nr. 8.3 Verwaltungsvorschrift der Landesregierung über die Vergabe öffentlicher Aufträge (VwV Beschaffung) in Verbindung mit § 12 Unterschwellenvergabeordnung (UVgO) vergeben werden.

Das von uns erstellte Anforderungsprofil (Leistungsbeschreibung) wird im Folgenden näher dargestellt:

- Herstellung und (einfaches) Design einer Veranstaltungsseite: von hier aus Login zum Streaming, zur Umgebung für die Workshop-Phase (ist nicht Teil der Beauftragung, Link voraussichtlich zu Webex-Teams wird von Auftraggeber zur Verfügung gestellt), zur Anmeldung (nicht Teil der Beauftragung, Tool wird von Auftraggeber zur Verfügung gestellt) und Möglichkeit FAQs anzulegen (nicht Teil der Beauftragung, Text wird von Auftraggeber zur Verfügung gestellt). Das Internetportal soll vom 24.08. (oder nächstmöglicher Zeitpunkt) bis 30.11.2020 z.B. über die Adresse www.starkesland-starkekinder.de erreichbar sein. Die Daten sollen in Deutschland gehostet werden. Die Beauftragung umfasst die Erstellung des Impressums (rechtliche Freigabe durch Auftraggeber). Der Text für eine Datenschutzerklärung wird vom Auftraggeber zur Verfügung gestellt.

- Streaming von Live-Vorträgen mit Präsentationsmöglichkeit: Wir wünschen uns ein Konzept, das Streaming mit interaktiven Möglichkeiten kombiniert. Bei den interaktiven Systemen arbeiten wir in der Regel mit Webex und verfügen hierfür auch über Lizenzen für die Teams-Version.

- Produktion von Kurzfilmen im Vorfeld: Bis zu fünf Kurzfilme (zwei davon über die Arbeit von Projekten gegen Kinderarmut, einen über das Leben von Menschen mit Armutserfahrung und zwei Vorträge aus der Wissenschaft) ca. à 5 min sollen im Vorfeld der Veranstaltung produziert werden und spätestens am 12. Oktober 2020 zur Verfügung stehen.

- Technische Unterstützung durch eine Hotline oder ein Chat-Tool, auf der Veranstaltungsseite angegeben: mindestens für den Zeitraum am 19.10., von 8 Uhr bis 10.30 Uhr, und am 20.10., von 8 Uhr bis 11.15 Uhr. Zusätzlich weitere Termine für Technik-Checks sowohl mit den Mitwirkenden als auch den Teilnehmenden.

- Aufzeichnung der gesamten Veranstaltung und Produktion (Rendern/Schneiden) einer Tagungsdokumentation (ca. 5 min) (Ausführungsfrist: 06.11.20): Sie erhalten anhand des Videomaterials eine minutengenaue Angabe, welche Inhalte der Gesamtaufzeichnung in die Dokumentation einfließen sollen und erstellen daraus eine Filmdokumentation.

Wir bitten um Vorlage einer entsprechenden Konzeption, einschließlich detaillierter Kostenaufstellung.
Zuschlagskriterien im Hinblick auf die Auswahl der Angebote sind: Qualität und Preis.

Mit dem Angebot sind folgende Unterlagen vorzulegen:
Scientology-Schutzerklärung gemäß Nr. 12.1.2 g) der Verwaltungsvorschrift der Landesregierung über die Vergabe öffentlicher Aufträge (VwV Beschaffung)

Bitte senden Sie Ihr Angebot bis spätestens 30. Juni 2020 (Angebotsfrist) an Herrn Michael Wolff: Armutspraevention@remove-this.sm.bwl.de; Cc. Poststelle@remove-this.sm.bwl.de mit dem Stichwort „Kongress Kinderarmut Referat 35“.

Bei Rückfragen steht Ihnen Herr Michael Wolff (Armutspraevention@remove-this.sm.bwl.de, Tel. 0711 123 - 3735) zur Verfügung.

Ausschreibung zur Beauftragung eines Teams von Kinderreporterinnen und Kinderreportern

Bewerbungsfrist bereits abgelaufen

In der Strategie „Starke Kinder – chancenreich“ wollen wir die Perspektive von Kindern und Jugendlichen (im Folgenden zusammenfassend als "Kinder" bezeichnet) einnehmen. Wir wollen sie als Expertinnen und Experten für ihr Leben danach fragen, was zum Stark- und zum Chancenreich-Sein dazugehört und was dafür förderliche Bedingungen sind und im bisherigen Lebensverlauf waren. Wichtig ist es uns dabei, dass die Herangehensweise für armutsbetroffene Kinder nicht stigmatisierend ist, sondern es darum geht, die Stärken, Potentiale und Gelingensfaktoren von allen Kindern zu ermitteln, zu betonen, und zu fördern.

Dafür wollen wir ein Team von Kinderreporterinnen und Kinderreportern beauftragen. Der Auftrag soll im Wege eines Direktauftrags gemäß Nr. 8.7 Verwaltungsvorschrift der Landesregierung über die Vergabe öffentlicher Aufträge (VwV Beschaffung) (bis zu einem voraussichtlichen Auftragswert von 5.000,00 Euro ohne Umsatzsteuer) in Verbindung mit § 14 Unterschwellenvergabeordnung (UVgO) vergeben werden.

Kinder sollen Kinder interviewen und auch selbst ihre Meinung sagen können. Das soll dazu beitragen, dass Selbstbewusstsein, Empathie und Sozialbewusstsein der Kinder gefördert wird. Es soll dabei unterstützen, dass Kinder Talente entdecken und ausbauen können. Dabei ist für uns die Einbindung in ein pädagogisches Konzept wichtig. Gerne nehmen wir Ihre kreativen Ideen entgegen.

Das Team soll einen Kurzfilm (max. 3 min) als Dokumentation der Interviews herstellen. Es ist geplant, den Film auf dieser Website einzustellen und im Rahmen des Digitalen Kongresses Kinderarmut am 19./20. Oktober 2020 und evtl. bei anderen Veranstaltungen vorzuführen. Da dafür die Zustimmung der Erziehungsberechtigten erforderlich ist, soll dies in Absprache mit dem Auftragnehmer/der Auftragnehmerin angepasst werden.

Das von uns erstellte Anforderungsprofil (Leistungsbeschreibung) wird im Folgenden näher dargestellt:
- Auswahl der Kinder, technische Einweisung und pädagogische Betreuung der Kinder
- Erstellung eines Konzepts für den Film und Interviewfragen
- Unterweisung und Begleitung der Kinder bei der Herstellung einer filmischen Dokumentation (Kurzfilm, max. 3 min)
- Fertigstellung der filmischen Dokumentation zusammen mit den Kindern bis zum 9. Oktober 2020 (Ausführungsfrist).
- Die Aufsichtspflicht und Einholung der erforderlichen Genehmigungen – insbesondere Verwertung von Bild- und Filmmaterial – seitens der Erziehungsberechtigten für die Kinder liegt beim Auftragnehmer. Es muss eine pädagogische Begleitung der Kinder sichergestellt werden.

Die Ausführungsfrist wird auf den 9. Oktober 2020 festgelegt. Wenn Sie diesen Zeitpunkt nicht einhalten können, würden Sie um Vorschlag eines anderen Zeitpunktes bitten.
Zunächst reicht es aus, wenn Sie uns eine Interessenbekundung mit einem Grobkonzept und einem Kostenplan schicken. Nach einer Entscheidung unsererseits können wir dann gemeinsamen eine Konkretisierung erarbeiten.
Zuschlagskriterien im Hinblick auf die Auswahl der Angebote sind: Qualität und Preis.

Mit dem Angebot sind folgende Unterlagen vorzulegen: Scientology-Schutzerklärung gemäß Nr. 12.1.2 g) der VwV Beschaffung

Bitte senden Sie Ihre Interessenbekundung mit Grobkonzept bis 29. Mai 2020 (Angebotsfrist) an folgende E-Mail-Adresse: Armutspraevention@remove-this.sm.bwl.de; Cc. Poststelle@remove-this.sm.bwl.de mit dem Stichwort „Kinderreporter Referat 35“.

Bei Rückfragen steht Ihnen Herr Michael Wolff (Armutspraevention@remove-this.sm.bwl.de, Tel. 0711 123 - 3735) zur Verfügung.