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Fachtag Kinderarmut des Präventionsnetzwerks in Rottenburg am 1. Juli 2022

Rückblick: Fachtag Kinderarmut des Präventionsnetzwerks in Rottenburg am 1. Juli 2022

„Die Armutsursachen können wir nicht bekämpfen, die Armutsfolgen jedoch schon!“
Dr. Irina Volf, Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V. aus Frankfurt am Main

Am 1. Juli 2022 veranstaltete das Team "NeRo – Netzwerk für Kinder in Rottenburg" den ersten großen Fachtag. NeRo – das Präventionsnetzwerk möchte sich verstärkt gegen Kinderarmut einsetzen und hieß an diesem Fachtag alle Interessierten herzlich Willkommen. Das Team NeRo wurde an diesem Tag von Dr. Irina Volf und Eva Jakubowski aus dem Präventionsnetzwerk Ortenaukreis begleitet. Der Oberbürgermeister Stephen Neher eröffnete die Veranstaltung mit einem Grußwort und betonte, wie wichtig es ist, die Situation der von Armut betroffenen Kinder und Jugendlichen in Rottenburg zu verbessern.

Dr. Irina Volf führte die Teilnehmenden zu Beginn mit ihrem Vortrag in die Problemlagen armutsbetroffener Familien ein. Sie erläuterte anhand von Forschungsergebnissen, welche frühen Folgen und welche Langzeitwirkungen entstehen, wenn Kinder in Armut aufwachsen. Der Vortrag zeigte deutlich, dass Armut bei den Betroffenen sichtbare Spuren hinterlässt. Deutlich wurde auch, dass Armutsursachen mit politischen Instrumenten bekämpft werden sollen und müssen. Allerdings kann auch viel getan werden, um die Armutsfolgen zu mildern. Und genau diesen Ansatz verfolgt das Präventionsnetzwerk in Rottenburg - und auch das im Ortenaukreis. Eva Jakubowski ist Regionale Präventionsbeauftragte im Ortenaukreis. Sie legte den Teilnehmenden anhand vieler Beispiele dar, welche kommunale Präventionsstrategie im Ortenaukreis verfolgt wird, um Armutsfolgen aktiv entgegenzutreten.

Um konkrete Schritte auch für die Zukunft in Rottenburg zu entwickeln sowie Mitstreiterinnen und Mitstreiter zu gewinnen, nahmen zahlreiche Personen aus dem Bereich der Jugendhilfe, dem Sozial-, Gesundheits-, und dem Bildungsbereich teil. Alle hatten im Anschluss die Möglichkeit, sich an verschiedenen Thementischen auszutauschen und Ideen zu sammeln. Auf dem Hintergrund dieser Ergebnisse des ersten großen Fachtages werden weitere Schritte geplant, um die Situation benachteiligter Kinder in Rottenburg zu verbessern.

Allein durch spezielle Angebote können soziale Ungleichheiten nicht abgebaut werden. Um Kindern eine bestmögliche Beteiligung am Leben zu ermöglichen und damit ihre Entwicklungschancen zu verbessern, ist armutssensibles Handeln ein wichtiger Schritt. Frau Dr. Irina Volf betonte in Ihrem Vortag: „Armutssensibilität ist keine Zusatzaufgabe, sondern ein respektvoller Umgang mit armutsbetroffenen Menschen, ihren Ressourcen und Grenzen. Es bedeutet, Barrieren für eine gleichberechtigte Teilhabe abzubauen.“ Und genau dafür will sich das Team NeRo verstärkt einsetzen!