Tübinger Fachtag zu Armutssensibilität

Bericht über den Tübinger Fachtag zu Armutssensibilität

Beim Fachtag „Armutssensibel Handeln im Umgang mit Kindern, Jugendlichen und Familien“ wurde nach der Eröffnung und Begrüßung durch Elisabeth Stauber, Leiterin des Fachbereichs Soziales der Stadt Tübingen, das Tübinger Präventionskonzept „Gute Chancen für alle Kinder“ durch Carolin Löffler, Familienbeauftragte der Stadt, und Ann-Marie Kaiser, Koordinatorin für Kinderchancen, vorgestellt. Die renommierte Armutsforscherin Gerda Holz beleuchtete anschließend (Kinder)Armut in modernen Gesellschaften, (kindbezogene) Armutsprävention und Armutssensibilität auf verschiedenen Ebenen als Grundlage präventiven Handelns.

Vortrag von Gerda HolzNach der Mittagspause kamen Menschen mit Armutserfahrung zu Wort. Undine Zimmer, Autorin des Buchs „Nicht von schlechten Eltern – meine Hartz IV-Familie“ berichtete von ihren Erfahrungen und moderierte das Podiumsgespräch, bei dem die Perspektiven von Betroffenen und Fachkräften auf Armutssensibilität diskutiert wurden. Dabei wurde auch der Videoclip „Jung, prekär und weiblich: was bedeutet Armut eigentlich für uns?“ gezeigt, der im Rahmen der Arbeit des Mädchen*treffs Tübingen e. V. entstanden ist.

PodiumsdiskussionIn fünf Workshops setzten sich die Teilnehmenden des Fachtags dann vertieft mit Handlungsansätzen für eine armutssensible Praxis auseinander. Dabei konnten sie zwischen den Bereichen Familienberatung, Kitas, Jugendarbeit, Planung und Schule wählen. Die zentralen Ergebnisse aus den Workshops wurden zum Abschluss durch die Moderierenden vorgestellt. Es wurde deutlich, wie wichtig die Reflexion von Barrieren und der Einbezug von armutsbetroffenen Menschen für armutssensibles Handeln in allen Bereichen ist, um Teilhabe und ein Aufwachsen in Wohlergehen zu ermöglichen.