Aktiv und gemeinsam gegen Kinderarmut und für Kindergesundheit im Rahmen des Präventionsnetzwerks Ortenaukreis (PNO)
Projektträger: Ortenaukreis
Standort: Ortenaukreis, insbesondere Offenburg, Lahr und Kehl
Zeitraum der Förderung mit Landesmitteln: 2018-2026
Ansprechpersonen:
Marisa Bruder (Marisa.Bruder(at)Ortenaukreis.de)
Angela Schickler (angela.schickler(at)ortenaukreis.de)
Das sind unsere Ziele
- Sensibilisierung der Bevölkerung zum Thema Chancengleichheit
- Förderung einer diskriminierungsfreien, entstigmatisierenden und schamarmen Einrichtungskultur
- Implementierung armutssensiblen Handelns in der Einrichtungskultur
Darauf liegt unser Fokus
Ausbau der Präventionskette von der Schwangerschaft bis zum Übergang Schule/Beruf.
Das sind wichtige Merkmale unseres Präventionsnetzwerks
- Vernetzung zwischen den Einrichtungen und mit weiteren Netzwerkpartnerinnen und Netzwerkpartnern
- Fortbildungen und Schulungen für Fachkräfte im Bildungs- und Gesundheitsbereich, Ehrenamtliche in der Kinder- und Jugendarbeit sowie Mitarbeitenden in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe
Das sind unsere Rahmenbedingungen vor Ort
Der Ortenaukreis ist in fünf Raumschaften gegliedert. Die Raumschaften Kehl, Offenburg und Lahr weisen als große Kreisstädte hohe sozioökonomische und psychosoziale Belastungen auf. Die weiteren Raumschaften Haslach und Achern sind vergleichsweise ländlicher geprägt, hier fällt jedoch auf, dass die Wege zu Unterstützungsmöglichkeiten für von Armut betroffene und bedrohte Familien deutlich länger sind.
Da stehen wir heute
Das PNO (Präventionsnetzwerk Ortenaukreis) entstand zwischen 2014 bis 2018 als gemeinsames Praxisforschungsprojekt vom Landratsamt Ortenaukreis und dem Zentrum für Kinder- und Jugendforschung (ZfKJ). Danach wurde das PNO auf Grundlage des Präventionsgesetzes im Ortenaukreis erfolgreich verstetigt.
Ziel des PNO ist es, die körperliche und seelische Gesundheit sowie die soziale Teilhabe von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien im Ortenaukreis zu fördern. Dazu hat das PNO ein flächendeckendes, systemübergreifendes Netzwerk aufgebaut, damit Institutionen schnell und bedarfsgerecht handeln können.
Ende 2018 hat der Ortenaukreis den Zuschuss für eine erste Förderung des Projekts „Aktiv und gemeinsam gegen Kinderarmut und für Kindergesundheit" vom Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg erhalten. Im Anschluss folgten eine zweite und dritte Förderung. Seit September 2023 läuft nun eine Verstetigungsförderung. Seither hat der Ortenaukreis die Thematik der Armutsprävention fest im Präventionsnetzwerk Ortenaukreis (PNO) verortet. Im Rahmen der ersten und zweiten Förderphase wurde an den Pilotstandorten Lahr und in Offenburg das Thema zum ersten Mal im Landkreis vertieft in den Fokus gerückt, sodass Präventionsnetzwerke gegen Kinderarmut aufgebaut werden konnten. In der dritten Förderphase kam der Standort Kehl als weitere Raumschaft mit einem Netzwerk gegen Kinder- und Jugendarmut und für Gesundheit hinzu. Mittlerweile wurden verschiedene Präventionsprodukte gegen Armut und für Gesundheit entwickelt. So gibt es verschiedene bedarfsorientierte Fortbildungen für Bildungs- und Jugendhilfeeinrichtungen. Ebenso verfügt das PNO über Handreichungen zum Thema Armutssensibilität für Kitas, Primarstufen und Sekundarstufen. Es erfolgten des Weiteren zahlreiche Veranstaltungen zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit sowie im speziellen eine Informationsoffensive zum Bildungs- und Teilhabepaket für von Armut betroffene und bedrohte Familien in Kooperation mit dem Ortenau Jobcenter.
Im Rahmen der sechsten Förderphase verfolgt das PNO das Ziel, die entwickelten Präventionsangebote weiter in die Fläche zu tragen, zu verstetigen und anhand der Bedarfe der betroffenen Familien und Netzwerkpartnerinnen und –partner weiter zu optimieren. Zudem wird das Ziel verfolgt, Fachkräfte und Ehrenamtliche verstärkt für das Thema der Chancengleicheit mit einer Multiplikatorinnen- und Multiplikatorenschulung zu sensiblisieren, um armutssensibles Handeln flächendeckend in Einrichtungen gewährleisten zu können.
Da wollen wir in 3 Jahren stehen
- Die bestehenden Präventionsangebote werden bedarfsgerecht weiterentwickelt und angepasst. Dabei werden immer auch spezifische Angebote für vulnerable Zielgruppen enthalten sein (z.B. Familien in Belastungssituationen. Alleinerziehende Eltern, Familien mit Migrationshintergrund)
- Bewusstseinsbildung und öffentliche Armutssensibilisierung
- Aufbau nachhaltiger armutssensibler Strukturen und Strategien im gesamten Ortenaukreis
- Entstigmatisierung und Antidiskriminierung von Armut im gesellschaftlichen Diskurs