Armutssensibles Handeln

Im Auftrag des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg wurde das Fortbildungscurriculum „Armutssensibel handeln“ entwickelt. Auf dieser Seite werden das Curriculum sowie die zur Durchführung relevanten Begleitmaterialien zur Verfügung gestellt.

Brainstorming Situation

Übersicht


Informationen zum Fortbildungscurriculum “Armutssensibel handeln”

Kinderarmut ist immer auch Familienarmut und bedeutet mehr als Geldmangel – sie schränkt die Lebensqualität der betroffenen Kinder und Familien durch fehlende Chancen und gesellschaftliche Teilhabe stark ein. Armut zeigt sich nicht nur in materieller Not, sondern auch in sozialer Ausgrenzung, psychischen Belastungen und dem Mangel an Zugang zu Bildung, Kultur und Gesundheitsversorgung. Jedes fünfte Kind ist in Baden-Württemberg armutsgefährdet.
Um Armut wirksam zu begegnen, ist es wichtig, armutsbedingte Ungleichheiten zu erkennen und armutssensibles Handeln zu fördern. Nur so kann eine nachhaltige Armutsprävention erfolgen und echte Unterstützung angeboten werden.

Entstehung des Curriculums

Das Fortbildungscurriculum wurde im Auftrag des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg von Andrea Möllmann-Bardak entwickelt. Sie ist Systemische Prozessbegleiterin und Organisationsberaterin. Begleitet wurde sie von einem Gremium aus Expertinnen und Experten, dem Gerda Holz, Dr. Antje Richter-Kornweitz, Udine Zimmer und Sagithjan Surendra angehörten.

Ziel der Fortbildung

Die Fortbildung unterstützt Fachkräfte dabei,

  • die Ursachen und Auswirkungen von Armut zu verstehen,

  • sich einfühlsam mit den Lebensrealitäten von armutsbetroffenen Menschen auseinanderzusetzen und

  • ihre Handlungskompetenzen im Bereich der Armutssensibilität zu erweitern.

Für wen ist die Fortbildung gedacht?

Die Fortbildung richtet sich an Fachkräfte aus sozialen und pädagogischen Bereichen sowie an Fachkräfte der öffentlichen Verwaltung, die in ihrem beruflichen Alltag wissentlich oder unwissentlich mit armutsbetroffenen Kindern und Familien in Berührung kommen oder arbeiten. Durch die Fortbildung werden praxisorientierte Ansätze geboten, um die Sensibilität für die Themen Armut und soziale Ungleichheit zu schärfen und konkrete Handlungsmöglichkeiten in der täglichen Arbeit zu entwickeln.

Umfang und Aufbau des Fortbildungscurriculums

Das Fortbildungscurriculum ist in drei Module gegliedert. Das Basismodul richtet sich an alle Teilnehmenden, während sich die beiden Aufbaumodule an die jeweils spezifischen beruflichen Zielgruppen richten. Um die Teilnehmenden umfassend fortzubilden, sollte möglichst sowohl das Basismodul als auch das jeweilige zielgruppenspezifische Aufbaumodul durchgeführt werden. Wichtig ist dabei, dass die örtlichen Gegebenheiten und das Vorwissen der Fortbildungsgruppe berücksichtigt werden. In diesem Sinne ist das Schulungsmaterial dazu geeignet Jedes der genannten Module ist als ganztägige Fortbildung konzipiert, die Module können aber auch in zwei halben Tagen bzw. in kürzeren Teilmodulen umgesetzt werden.

  1. Basismodul
    - 6 Stunden -
    Das Basismodul vermittelt grundlegendes Fachwissen zu Armut, Armutsfolgen und Armutssensibilität. Es unterstützt dabei, komplexe Zusammenhänge zu begreifen und unterschiedliche Perspektiven einzunehmen. Dabei werden strukturelle, institutionelle und individuelle Ebenen von Armut berücksichtigt. Ziel ist es, Verantwortungs- und Einflussmöglichkeiten für armutssensibles Handeln zu erkennen und zu nutzen.
     
  2. Aufbaumodul für die öffentliche Verwaltung
    - 3 Stunden -
    Das Modul “Öffentliche Verwaltung” vertieft das Fachwissen zu Armut, Armutsfolgen und Armutssensibilität im Kontext der öffentlichen Verwaltung. Es unterstützt dabei, komplexe Zusammenhänge im Verwaltungshandeln zu erfassen und unterschiedliche Perspektiven einzunehmen. Dabei werden strukturelle, institutionelle und individuelle Ebenen von Armut in Verwaltungsprozessen berücksichtigt. Ziel ist es, Verantwortungs- und Einflussmöglichkeiten im Verwaltungshandeln zu erkennen und zu nutzen.
     
  3. Aufbaumodul für den sozialpädagogischen Bereich
    - 3 Stunden -
    Das Modul für den sozialpädagogischen Bereich vertieft das Fachwissen zu Armut, Armutsfolgen und Armutssensibilität im sozialpädagogischen Kontext. Es unterstützt dabei, komplexe Zusammenhänge in sozialpädagogischen Handlungsfeldern zu erfassen und unterschiedliche Perspektiven einzunehmen. Dabei werden strukturelle, institutionelle und individuelle Ebenen von Armut in der Praxis berücksichtigt. Ziel ist es, Verantwortungs- und Einflussmöglichkeiten im sozialpädagogischen Handeln zu erkennen und zu nutzen.

Materialien Curriculum "Armutssensibel handeln"

Bild mit Text "Modul 1"
Basismodul 1

Modul "Grundlagen"

Das Basismodul vermittelt grundlegendes Wissen zu Armut und Armutsfolgen und hilft dabei, verschiedene Perspektiven auf Armut zu verstehen und Handlungsmöglichkeiten zu erkennen.

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Bild mit Text "Modul 2"
Aufbaumodul 2

Modul "Öffentliche Verwaltung"

Dieses Modul fokussiert sich auf die Auswirkungen von Armut im Verwaltungshandeln und zeigt auf, wie Verantwortliche in der Verwaltung armutsbezogene Ungleichheiten gezielt adressieren können.

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Bild mit Text "Modul 3"
Aufbaumodul 3

Modul "Sozialpädagogischer Bereich"

Das Verständnis von Armut im sozialpädagogischen Kontext wird in diesem Modul vertieft. Es wird aufzeigt, wie Fachkräfte in diesem Bereich armutssensibel handeln können.

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Kontakt

Bei Fragen oder Hinweisen zum Curriculum steht Ihnen die FamilienForschung Baden-Württemberg unter folgender E-Mail-Adresse zur Verfügung: Praeventionsnetzwerke(at)stala.bwl.de