Präventionsnetzwerk Enzkreis (PNE)

Projektträger: Landratsamt Enzkreis, Sachgebiet Gesundheitsförderung & Prävention (Gesundheitsamt) & Sachgebiet Planung, Bildung & Prävention (Jugendamt)
Standort: Enzkreis
Zeitraum der Förderung mit Landesmitteln: 2022-2026

Ansprechpersonen:
Angelika Maier, allgemeine Netzwerkkoordination und landkreisweites Netzwerk (Angelika.Maier(at)enzkreis.de)

Das sind unsere Ziele

Aufbau eines landkreisweiten Netzwerks aller gegen die Folgen von Kinderarmut agierenden Institutionen im Landkreis und Aufbau eines lokalen Netzwerkes (Präventionsketten) in unseren Pilotkommunen Mühlacker und Neuenbürg.

Ziele dieses landkreisweiten Netzwerkes sind

  • Vernetzung der Einrichtungen und Institutionen
  • Besseres Verständnis, welche Angebote im Enzkreis bereits unter welchem Träger angeboten werden; hierzu soll auch eine digitale Karte dienen, in der die (Präventions)-Angebote gelistet sind.
  • Sensibilisierung der Öffentlichkeit und von Fachkräften über das Thema Kinderarmut
  • Entwicklung von Maßnahmen gemeinsam mit unseren Netzwerkpartnerinnen und -partnern

Ziele dieses lokalen Netzwerkes sind

  • Bestands- und Bedarfsanalyse mit den Fachkräften vor Ort
  • Visualisierung der Präventionskette
  • Entwicklung von Maßnahmen und Präventionsprodukten, die zur Komplementierung der Präventionskette beitragen
  • Aktive Eingliederung in bereits bestehende Netzwerkstrukturen in Mühlacker, um das Thema Kinderarmut entsprechend vor Ort vertreten zu können
  • Aktive Zusammenarbeit mit den Fachkräften vor Ort um Parallelstrukturen zu vermeiden

Das sind wichtige Merkmale unseres Präventionsnetzwerks

Die grundsätzliche Struktur unseres Präventionsnetzwerkes haben wir von dem Best-Practice Beispiel des Präventionsnetzwerk Ortenaukreis übernommen. Die hier bereits vorhandene Praxiserfahrung und die ebenfalls bereits gut dokumentierte Evaluation halfen uns bei der auf den Enzkreis angepassten Ausgestaltung unserer Netzwerkstruktur.

So besteht unser Präventionsnetzwerk ebenfalls aus einer landkreisweiten und, in diesem Fall, zwei regionalen Netzwerkstrukturen. Wir versuchen somit alle relevanten Player, sowohl lokal als auch enzkreisweit, mit dem PNE ansprechen zu können.
Durch die Kooperation des Jugendamtes und des Gesundheitsamtes, die auch paritätisch in der Lenkungsgruppe die Ausrichtung des Netzwerkes vorgeben, konzentrieren wir uns insbesondere auf die soziale und gesundheitliche 

Das sind unsere Rahmenbedingungen vor Ort

Der Enzkreis hat im Vergleich zu anderen Kreisen in Baden-Württemberg eine vergleichsweise niedrige Armutsrate von 6,7 % (Anteil SGB II-Bezug bei unter 15-Jährigen in % im Jahr 2022). Der Enzkreis zeichnet sich aber auch durch größere Schwankungen der Armutsrate in den einzelnen Kommunen aus, so gibt es eine circa fünffach höhere Armutsrate in Neuenbürg (12,1 %) als in Knittlingen (4,8 %).

Mühlacker als unsere Pilotkommune liegt über dem Enzkreiser Durchschnitt bei einer Armutsrate von 9 %. Es ist davon auszugehen, dass Mühlacker als größte Stadt des Enzkreises nur aufgrund seiner Teilorte eine solch geringe Armutsrate hält. In der Mühlackerkernstadt kann man vermutlich eher von Werten ausgehen, die leicht unterhalb deren des Stadtkreises Pforzheim liegen (17,2 %).

Neuenbürg unsere neue Pilotkommune liegt mit einer Kinderarmutsquote von 12,1% oberhalb der durchschnittlichen Kinderarmutsquote des Enzkreises. Gemeinsam mit der Kommunalverwaltung vor Ort haben wir dementsprechend Neuenbürg als zweite Kommune ausgewählt in der wir eine Präventionskette etablieren möchten. Auch geografisch passt dies sehr gut, so haben wir sowohl im östlichen- als auch im westlichen Enzkreis eine Pilotkommune.

Da stehen wir heute

Im Rahmen der kommunalen Gesundheitskonferenz wurde 2018 der Entschluss gefasst, das Thema Kinderarmut im Enzkreis umzusetzen. Geplant war es, einen Fachtag und mehrere kleinere Maßnahmen durchzuführen, um Öffentlichkeit und Fachkräfte für das Thema zu sensibilisieren.

Im Anschluss wurden wir von Anfragen unterschiedlichster lokaler Einrichtungen überschwemmt, die das Thema ebenfalls als wichtig erachteten und sich am Projekt beteiligen wollten. Dementsprechend entwickelten wir die Kindergesundheitswochen, die unter dem Motto „Gesund aufwachsen für alle!“ das Thema Kinderarmut nicht-diskriminierend angegangen sind.

Im Rahmen dieser Kindergesundheitswochen entstand ein Netzwerk, das wir auch im Anschluss an diesen thematischen Schwerpunkt der KGK beibehalten wollten. Als das Sachgebiet Planung, Bildung und Prävention des Jugendamtes auf uns mit der Frage zukam, ob wir nicht gemeinsam uns für die Förderung des Sozialministeriums zur Etablierung eines Präventionsnetzwerkes im Enzkreis bewerben wollen, entschlossen wir uns dementsprechend ein auf den Enzkreis abgestimmtes Konzept zu entwickeln.

Nach der Zusage des Sozialministeriums, unser Präventionsnetzwerk zu fördern, konnten wir uns dann auf den Weg machen. In einem ersten Schritt organisierten wir eine Kick-off-Veranstaltung und konnten viele der ehemaligen Mitglieder aus dem Netzwerk der Kindergesundheitswochen übernehmen. Weiterhin konnten wir auch langjährige Kooperationspartnerinnen und -partner des Jugendamtes für das Netzwerk gewinnen.

Aktuell wurde, zusammen mit den Netzwerkpartnerinnen und -partnern, ein gemeinsames Leitbild entwickelt und abgesprochen. Weiterhin wurde ein erster Fachtag unter dem Motto „Gemeinsam handeln!“ durchgeführt, der gut angenommen wurde.

Wir betrachten das Präventionsnetzwerk als wichtige und richtige Maßnahme, um die Vielfalt der Einrichtungen und Maßnahmen noch besser zu vernetzen und in den Austausch zu bringen. Frau Möller-Espe (Geschäftsführerin des Deutschen Kinderschutzbunds Pforzheim und Mitglied des Landesvorstands des DKSB) bekräftigte dies auch noch einmal in einem Beitrag der Tagesschau.

Weiterhin wurde unsere Homepage für das Präventionsnetzwerk überarbeitet und ausgebaut. In den nächsten Monaten wird hier auch eine digitale Karte mit allen Angeboten des Enzkreises zur Verfügung gestellt werden. 

Auf der lokalen Ebene konnten wir mit Frau Paul eine Mitarbeiterin für unser Pilotprojekt in Mühlacker finden. Sie hat bereits Interviews mit Expertinnen und Experten durchgeführt und bereits teilweise ausgewertet, der entsprechende Abschlussbericht ist gerade in Arbeit.

Wir versuchen neben der Netzwerkarbeit auch in der Region zusammen mit unseren Netzwerkpartnerinnen und -partnern aktiv zu sein und Maßnahmen zu ergreifen, die die Folgen von Kinderarmut reduzieren. Eine dieser Aktionen ist zum Beispiel unsere Impfaktion, die wir gemeinsam mit dem Impf-Team des Gesundheitsamtes durchführen.

In Neuenbürg beginnen wir gerade im Rahmen der zweiten Förderphase mit der Etablierung der Präventionskette. Weiterhin möchten wir die Zusammenarbeit mit den Fachkräften vor Ort durch kriterienbasierte Förderungen verbessern. Hiermit soll eine niederschwellige, lokale Förderung von Maßnahmen gegen die Folgen von Kinderarmut im Enzkreis etabliert werden.

Netzwerklogo des PNE (Präventionsnetzwerk Enzkreis)