Stadtteilprojekt „Gesund aufwachsen in Rot“
Projektträger: Stadt Stuttgart, Gesundheitsamt
Standort: Stadt Stuttgart, Stadtteil Zuffenhausen-Rot
Zeitraum der Förderung mit Landesmitteln: 2018-2021
Ansprechperson: Michael Braun (Michael.Braun(at)stuttgart.de)
Das sind unsere Ziele
- Etablierung eines interdisziplinären Präventionsnetzwerkes mit Gesundheits-, Jugendhilfe- und Sozialhilfesystem sowie weiteren beteiligten Ämtern und Institutionen
- interdisziplinäre Zusammenarbeit fördern, um z. B. Barrieren zwischen pädagogischen und medizinischen Bereichen abzubauen
- Teilhabe fördern und insbesondere sozial benachteiligte Kinder und Familien erreichen
- Familien und Professionelle vor Ort für das Thema „Gesund aufwachsen“ sensibilisieren
- die Prävention von Übergewicht und Verbesserung der motorischen Fähigkeiten, z.B. durch Bewegungsmöglichkeiten im Stadtteil und in den Institutionen
Darauf liegt unser Fokus
Gesundheitsförderung soll in den Institutionen verankert und umgesetzt werden, in denen sich Kinder und Jugendliche aufhalten. Hierzu werden pädagogische Fach- und Lehrkräfte sowie weiteren Personen geschult und die Einrichtungen bei der Entwicklung gesundheitsförderlicher Rahmenbedingungen und nachhaltiger Strukturen unterstützt.
Das sind wichtige Merkmale unseres Präventionsnetzwerks
- Die Partizipation der Kinder, Jugendlichen und Familien
- Multiplikator*innen-Ansatz, hierzu u.a. Fortbildung der pädagogischen Fach- und Lehrkräfte in den Einrichtungen
- Niederschwelligkeit der Angebote, um den Zugang für alle zu gewährleisten
- Die Vernetzung der Einrichtungen und Akteure vor Ort sowie in der Stadtverwaltung
- Identifikation und Einbindung von Schlüsselpersonen aus dem Stadtteil
Das sind unsere Rahmenbedingungen vor Ort
Stadtteil mit überdurchschnittlich vielen Kindern, die gesundheitlich (Übergewicht, grobmotorische Entwicklung) und sozial (alleinerziehende Familien, Sozialgeldempfänger) benachteiligt sind.
Stadtteil mit viel Verkehr und guter Infrastruktur, mit vielen Grünflächen, mit einem Bürgerhaus, vielen baugenossenschaftlichen Wohnungen und einem Sportgelände. Im Stadtteil befinden sich viele Kitas sowie ein Kinder- und Familienzentrum (KiFaZ), außerdem mehrere Schulen. In den kommenden Jahren entsteht ein neues Quartier in Rot, u. a. mit einer inklusiven Kita.
Zahlreiche sehr engagierte Personen in den Kitas, Schulen, sozialen Einrichtungen, im Bezirksrathaus und in den Ämtern der Verwaltung, die bereit sind, Zeit und Arbeitskraft in die Gesundheitsförderung der Roter Kinder zu investieren.
Weitere Ämter der Stadtverwaltung sind in Rot aktiv, bei deren Projekten sich das Gesundheitsamt einbringt, u. a. das Projekt KOMBINE (Amt für Sport und Bewegung) oder Bildungsregion Zuffenhausen (Stuttgarter Bildungspartnerschaft). Hierdurch entstehen Synergie-Effekte und die Ämter und der Stadtteil profitieren von der Zusammenarbeit.
Da stehen wir heute
Das Interesse, sich im Stadtteil, in den Schulen, Kitas und weiteren Institutionen mit Gesundheit und Gesundheitsförderung der Kinder zu beschäftigen, ist groß. Die Wege zwischen Kooperationspartnern zueinander sind kürzer und unkomplizierter.
In vier Kitas und einem KiFaZ sind Prozessbegleitungen mitten in der Umsetzung. Die Einrichtungen werden über einen längeren Zeitraum zu gesundheitlichen Themen begleitet. Die Prozessbegleitungen werden durch die TK gefördert und in Kooperationen mit externen Anbietern durchgeführt.
Das Kita-Netzwerk ist nach einer coronabedingten Pause wieder aktiviert. Weitere Treffen sind geplant: zum Thema Inklusion, zur weiteren Vernetzung und kommunalen Anbindung.
Das Thema Kinderarmut und Gesundheit ist in das Fortbildungsprogramm für pädagogische Fachkräfte aufgenommen.
Begonnene Kooperationen und Planungen mit den Schulen zum „Gesunden Frühstück und Pausenvesper“ wurden aufgrund der Corona-Pandemie und der Schulschließung unterbrochen. Ohne die Beteiligung der Schulen und Akteure vor Ort geriet das Projekt ins Stocken.
Da wollen wir in 3 Jahren stehen
Durch die entstandene Vernetzung der verschiedenen Einrichtungen sind die Wege zueinander weiterhin kurz und unkompliziert – die Präventionskette reicht von den Frühen Hilfen über die Kita bis hin zu den weiterführenden Schulen.
Die pädagogischen Fachkräfte in den Kitas haben sich zu den relevanten Themen wie Bewegungsförderung, häusliche Gewalt, psychische Gesundheit, Kinderbeteiligung, Inklusion etc. fortgebildet und können das Gelernte in der Arbeit mit den Kindern anwenden.
Gesundheitsförderung ist ein zentrales Thema im Kita- und Schulalltag. Es ist im Leitbild bzw. Curriculum verankert, wird immer wieder neu aufgegriffen und im Alltag gelebt. Eine Beteiligung aller am Kita- bzw. Schulleben involvierten Personen findet statt.
(Grund-) Schulen in Rot haben sich auf den Weg zu einer „Gesunden Schule“ gemacht. Sie sind u.a. zum Thema Ernährung sensibilisiert und haben bedarfsorientierte und nachhaltige Strukturen geschaffen, z. B. ein Frühstücksangebot.