Koordinierungsstelle gegen Kinderarmut und Präventionsnetzwerk Campus in Mannheim


Koordinierungsstelle Mannheim gegen Kinderarmut

Projektträger: Stadt Mannheim
Standort: Stadt Mannheim
Zeitraum der Förderung mit Landesmitteln: 2017-2018

Ansprechperson: Lisa Mergelmeyer (58.KiA(at)mannheim.de)

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Das sind unsere Ziele

  • Erarbeitung eines integrierten Handlungskonzeptes
  • Implementierung einer Präventionskette
  • kontinuierliche Überprüfung von Angeboten und Bedarfen
  • Fokussierung der Übergänge in der Präventionskette
  • Vernetzung der Akteure und zur Verfügung stellen von Angebotsübersichten
  • Teilnahme an den Regionalisierungs- und Präventionsstrukturen 

Darauf liegt unser Fokus

Vernetzung, Analyse und bedarfsgerechte Steuerung, Implementierung der Präventionskette in zahlreiche Strukturen.

Das sind wichtige Merkmale unseres Präventionsnetzwerks

Regionalisierungsstruktur und Zusammenarbeit verschiedenster Perspektiven und Akteure

Das sind unsere Rahmenbedingungen vor Ort

Eine Koordinierungsstelle Kinderarmut angesiedelt im Jugendamt und Gesundheitsamt, Bindeglied zwischen den Ebenen und innerhalb der Regionen, Regionalisierungsstrukturen zur themenspezifischen Zusammenarbeit.

Da stehen wir heute

  • Abbildung von Angeboten abteilungsübergreifend
  • Stadteilorientierte Bedarfsanalyse und Implementierung passender und bedarfsorientierter Projekte 

Da wollen wir in 3 Jahren stehen

  • Verstetigung des Gedankens der Prävention von Kinderarmut, Erreichbarkeit, Passung und Vernetzung von Angeboten zur Prävention und Bekämpfung von Kinderarmut
  • Kommunales Selbstverständnis der Kinderarmutsprävention

Campus Neckarstadt-West

Projektträger: Stadt Mannheim, Fachbereich Jugendamt und Gesundheitsamt
Standort: Mannheim, Neckarstadt-West
Zeitraum der Förderung mit Landesmitteln: 2019-2025

Ansprechpersonen:

Klemens Hotz (klemens.hotz(at)mannheim.de
Danijela Albrecht (danijela.Albrecht(at)mannheim.de)

Das sind unsere Ziele

Das Projekt „Campus Neckarstadt-West“ wird seit Beginn des Jahres 2020 im Stadtteil Neckarstadt-West durchgeführt. Es bietet Grundschülerinnen und -schülern aus der Humboldt-Grundschule und aus der Neckarschule ein verlässliches Nachmittagsangebot mit einem gesunden Mittagessen, Hausaufgabenunterstützung und einem Freizeitangebot.

  • Die Bildungs- und Teilhabechancen für die Kinder der Neckarstadt-West sind verbessert.
  • Vorhandene Räume und Ressourcen können von Kindern und ihren Eltern in ihrem Sinne selbständig erschlossen und genutzt werden. Sie ermöglichen eine ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung, fördern Resilienz und Mehrsprachigkeit.
  • Die persönlichen und sozialen Kompetenzen von Kindern und Eltern sind gestärkt (Empowerment).
  • Das Vertrauen und der Zugang zu schulischen und außerschulischen Bildungsangeboten sind bei allen Gruppen im Vielfaltsquartier vorhanden.
  • Stadtteilbezogene Netzwerkstrukturen sind effizient und weiterentwickelt.
  • Soziale und bildungspolitische Handlungsätze werden mit einem Programm zur gezielten Stadtentwicklung (Wohnraum, öffentliche Plätze, Infrastruktur) verknüpft.

Darauf liegt unser Fokus

Auf den Kindern mit deren Familien und allen weiteren am Bildungsprozess der Kinder Beteiligten.

  • Entwicklung nachhaltiger Vernetzungsstrukturen im Stadtteil
  • Vielfältige Bildungsangebote
  • Ganzheitliche Betreuung
  • Aktive Einbeziehung der Kinder und ihrer Eltern. 

Der „Campus Neckarstadt-West“ versteht sich als ein verlässliches außerschulisches Bildungs-, Freizeit- und Betreuungsangebot an unterschiedlichen Orten in der Neckarstadt-West. Grundschulkinder können neben dem regulären Bildungsangebot der Schulen, in gemeinsamer Planung mit ihren Eltern und den pädagogischen Mitarbeitenden, aus einem breiten Spektrum von ergänzenden Angeboten sich für ihre Nachmittagsgestaltung einen individuellen Freizeit-Bildungsplan zusammenstellen.
Das Programm des „Campus Neckarstadt-West“ beginnt um 12.30 Uhr mit einer Mittagspause und der Möglichkeit eines gesunden Mittagsessens. Von 14 bis 17 Uhr gibt es ein vielfältiges alters- und bedarfsgerechtes Betreuungs-, Bildungs- und Freizeitangebot. Dies reicht von der Hausaufgabenhilfe bis hin zu Musik, Singen, Lesen, Tanzen über Fußball oder einfach Spielen.
Durch dieses Angebot werden Kinder in ihrem Sozialverhalten gestärkt, in ihrer Bildungsbiographie unterstützt, in ihrer ganzheitlichen Entwicklung und besonders in der Sprachbildung/-entwicklung gefördert. Sie lernen einen toleranten Umgang miteinander und können ihren Alltag selbst gestalten. Das Angebot ist kostenlos und freiwillig und zielt darauf ab, möglichst viele Schülerinnen und Schüler aller Bevölkerungsgruppen zu erreichen. Gemeinsam wird dieses Angebot durch Initiativen, Ehrenamtliche und Helferinnen und Helfer aus der ganzen Stadt Mannheim unterstützt. Das Projekt wird in gemeinsamer Trägerschaft der Stadt Mannheim und der MWS Projektentwicklungsgesellschaft (MWSP) durchgeführt. Über zentrale Steuerungsgremien ist es Teil einer gezielten Stadt(teil)entwicklung (Lokale Stadterneuerung Neckarstadt West - LOS). 

Das sind wichtige Merkmale unseres Präventionsnetzwerks

  • Nachhaltige Vernetzung,
  • Synergien,
  • Innovative, bedarfsgerechte Angebote,
  • Einbeziehung von Stadtteilbewohnenden als verbindende Akteurinnen und Akteure,
  • Bürgerschaftliches Engagement der Mannheimer Stadtgesellschaft.

Das Projekt wird sowohl ideell als auch finanziell aus der Bürgerschaft unterstützt. Wichtige Fördernde sind die Rotarier-Vereinigungen in Mannheim und der Förderverein Campus-Neckarstadt-West. Neu hinzugekommen ist die Sepp-Herberger-Stiftung des DFB.

Das Projekt wird vom Ministerium für Soziales und Integration im Rahmen des Landesprogrammes „Starke Kinder – chancenreich“ gefördert.

Das sind unsere Rahmenbedingungen vor Ort

Der Stadtteil Neckarstadt-West ist mit 22.000 Einwohnenden einer der größten Stadtteile Mannheims und gleichzeitig Vielfaltsquartier, das sich seit Jahren durch einen großen Anteil von Kindern und Jugendlichen, höchste Migrantionsanteile und eine stark polarisierte Mischung der Bevölkerungsmilieus auszeichnet: Es finden sich sowohl „alte“ Neckarstädterinnen und -städter einschließlich der „ersten Gastarbeitenden“, moderne Familien, Kreative und neue Migranteninnen und Migranten besonders aus der jüngeren Zuwanderungsbewegung aus Südosteuropa. Die Kinder-Armutsquote liegt bei über 35 %, überdurchschnittlich hoch ist auch der Anteil der Beziehenden von Transfereinkommen. Ebenfalls überdurchschnittlich sind die Zuwanderung und die Abwanderung – ein Faktor, der das Zusammenleben im Stadtteil kontinuierlich belastet. Der Stadtteil gehört – orientiert man sich an der Mannheimer Sozialraumtypologie – weiterhin zu den sozialräumlich hoch auffälligen und sozialstrukturell sehr belasteten Stadtteilen (4. Mannheimer Bildungsbericht, S. 42). Die Chancen auf Bildung und Teilhabe für Kinder und Jugendliche, die in der Neckarstadt-West aufwachsen, sind im Stadtvergleich besonders gering. Auf ungünstige Lebensbedingungen im Stadtteil weisen einige weitere Faktoren hin. So liegt die absolute Zahl der Kinder und Jugendlichen, die eine Erziehungshilfemaßnahme in Anspruch nehmen, deutlich über dem Durchschnitt. Des Weiteren gibt es im Stadtteil bisher keine Ganztagesschulen und keinen Sportverein.

Die Finanzkraft vieler Eltern reicht nicht aus, um ergänzende, kostenpflichtige Bildungsangebote für ihre Kinder zur Verfügung zu stellen. Manche Eltern sind für Angebote, die ihre Erziehungskompetenz stärken, auf Grund ihrer Sprachkenntnisse sowie der mangelnden Kenntnis über ihre persönlichen Möglichkeiten nur schwer zu erreichen. Das Vertrauen gegenüber Behörden und Institutionen ist gering, so dass mögliche Hilfesysteme nicht oder nur sporadisch in Anspruch genommen werden. Weiterhin ist zu beobachten, dass bildungsaffine Familien aus dem Quartier Neckarstadt-West abwandern oder deren Kinder Nachmittagsangebote in anderen Stadtteilen wahrnehmen. 

Da stehen wir heute

  • Bildung, Sprachbildung, Betreuung, Freizeitangebote für Grundschülerinnen der 1. bis 4. Klassen getragen durch ein Netzwerk zahlreicher Partnerinnen und Partner.
  • Ein gesundes Mittagessen in familienergänzendem Umfeld kann an zwei Standorten im Stadtteil angeboten werden.
  • Hausaufgabenunterstützung in motivierender Ansprache und Atmosphäre. Die „Campus-Kinder“ kommen gerne in ihren Campus und finden dort neue Freunde.
  • Aktive Begleitung durch den Förderverein Campus Neckarstadt-West (bürgerschaftliches Engagement).
  • Die Elternarbeit und Elternansprache ist vornehmlich durch muttersprachliche Elternbegleiterinnen abgesichert. Elterncafés und Elternaktivitäten finden regelmäßig statt.

Da wollen wir in 3 Jahren stehen

  • Mindestens 150 Grundschulkinder besuchen kontinuierlich den „Campus Neckarstadt-West“ und nutzen orientiert an ihren individuellen Bedürfnissen das Bildungsangebot.
  • Alle Schulen und außerschulischen Bildungspartner arbeiten orientiert am individuellen Bedarf von Kindern vernetzt im Campus Neckarstadt-West.
  • Das Nachmittagsangebot ist vielfältig, auf die speziellen Bedürfnisse der teilnehmenden Kinder abgestimmt und kann von ihnen mitgestaltet werden (Beteiligung).
  • Über die muttersprachlichen Elternbegleiterinnen und -begleiter wird der Zugang zum Bildungs- und Unterstützungssystem für alle Gruppen im Vielfaltsquartier verbessert. Die Eltern arbeiten aktiv in einem Elternbeirat mit.
  • Ältere ehemalige „Campus-Jugendliche“ übernehmen für jüngere „Campus-Kinder“ die Rolle von Mentorinnen und Mentoren.
  • Ein weiterer Campus-Standort mit ökologisch- gesundheitlichem Schwerpunkt ist etabliert.
  • Die Fluktuation Stadtteil lässt nach – Familien bleiben länger im Stadtteil Neckarstadt-West wohnen, weil sich das Lebensumfeld wahrnehmbar verbessert hat und sie das Bildungsangebot für Kinder kennen und wertschätzen.