Verbund von Präventionsnetzwerken gegen Kinderarmut im Landkreis Tübingen
ZuK – Zukunftsnetzwerk Kinderchancen
Das Zukunftsnetzwerk Kinderchancen steht dafür ein, die Chancen und Teilhabemöglichkeiten von armutsbetroffenen Kindern, Jugendlichen und Familien zu verbessern. Das Netzwerk besteht aus vier eigenständigen Standorten in den Kommunen Ammerbuch, Mössingen, Rottenburg und Tübingen und verfolgt das gemeinsame Ziel, präventive Strukturen weiterzuentwickeln und passgenau zu stärken.
Die Standorte verfügen jeweils bereits über ausgebaute Hilfestrukturen. Durch den Zusammenschluss zu einem übergreifenden Netzwerk soll insbesondere der Austausch zwischen den Standorten gefördert, die Vernetzung intensiviert und die Weiterentwicklung der bestehenden Strukturen unterstützt werden.
Inhaltlich orientiert sich die Präventionsarbeit an den Präventionsketten. Diese dienen als zentrale Orientierung für die Weiterentwicklung der Arbeit vor Ort. Ziel ist es, Lücken in den bestehenden Präventionsketten zu identifizieren und diese, wenn möglich, durch passende Angebote zu ergänzen. Auf diese Weise sollen Unterstützungsangebote besser aufeinander abgestimmt und wirksamer gestaltet werden.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Stärkung von Familien. Dies geschieht durch verbesserte Zugänge zu Informationen sowie durch Maßnahmen der Gesundheitsförderung und der Elternbildung. Gleichzeitig werden Strukturen geschaffen, die es armutsbetroffenen Personen ermöglichen, sich zu beteiligen und ihre Perspektiven einzubringen.
Darüber hinaus macht das Netzwerk Lebenssituationen in Armut und Ungleichheit sichtbar und fördert die Sensibilität für Armut in der Zivilgesellschaft der Städte und Gemeinden. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf Fachkräften, die mit Kindern, Jugendlichen und Familien arbeiten, sowie auf Verwaltungsangestellten. Bei ihnen soll ein Bewusstsein für die besonderen Herausforderungen von armutsbetroffenen Menschen gestärkt werden.
Übersicht Standorte
Runder Tisch Kinderarmut Tübingen (Stadt Tübingen)
NeRo – Kinder-Netzwerk-Rottenburg (Mokka e.V.)
Runder Tisch Kinderarmut
Projektträger: Stadt Tübingen
Standort: Stadt Tübingen
Zeitraum der Förderung mit Landesmitteln: 2013-2026
Ansprechperson: Carolin Löffler (carolin.loeffler(at)tuebingen.de)
Zur Projektwebsite
Film des Präventionsnetzwerks
Netzwerk TAP's Erklärvideo
Film zur Vorstellung der verschiedenen Anlaufstellen
Das sind unsere Ziele
Teilhabe: Wir fördern Chancen und Teilhabemöglichkeiten von armutsbetroffenen Kindern, Jugendlichen und Familien.
Weiterentwicklung der Präventionsarbeit: Wir identifizieren die Lücken in den Präventionsketten vor Ort und ergänzen sie nach Möglichkeit mit passenden Angeboten.
Eltern stärken: Wir stärken Familien über bessere Zugangsmöglichkeiten zu Informationen sowie durch Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und zur Elternbildung
Beteiligung: Wir schaffen Strukturen, um armutsbetroffene Personen zu beteiligen.
Sichtbarkeit: Wir machen die Lebenssituationen in Armut und Ungleichheit sichtbar und fördern die Armutssensibilität in der Zivilgesellschaft der Stadt. Besonders bei Fachkräften im Umgang mit Kindern, Jugendlichen und Familien sowie bei Verwaltungsangestellten schaffen wir ein Bewusstsein für die Herausforderungen von Armutsbetroffenen.
Darauf liegt unser Fokus
Kinderarmutsprävention
Das sind wichtige Merkmale unseres Präventionsnetzwerks
Zukunftsnetzwerk Kinderchancen (ZuK)
Das Zukunftsnetzwerk Kinderchancen verbindet die lokalen Präventionsnetzwerke Ammerbuch, Mössingen, Rottenburg und Tübingen.
Die lokalen Präventionsnetzwerke arbeiten jeweils vor Ort, sie treffen sich regelmäßig auch mit der Landkreisverwaltung in einer Steuerungsgruppe zum Austausch über die Fortschritte der Maßnahmen und zur Verfolgung ihrer gemeinsamen Ziele.
Gute Chancen für alle Kinder/Runder Tisch Kinderarmut:
Städtisch initiiert und koordiniert:
- Plenum zwei Mal pro Jahr, zwischendurch AGs zu unterschiedlichen Themen
- Ein Mal pro Jahr gemeinsamer Workshop
Das sind unsere Rahmenbedingungen vor Ort
Stellen bei der Stadtverwaltung:
- 60% Familienbeauftragte, ca. 20% der AZ Thema Kinderarmut
- 75% Koordination Kinderchancen mit den Themen: TAPs, Projekte für Kinderchancen
- 50% Koordination KreisBonusCard und Infomedien für Familien
Zusätzlich eine große Anzahl an engagierten Tübinger Institutionen, Vereinen und Zivilgesellschaft. Eine Auswahl von rund 60 PartnerInnen z.B. elkiko Familienzentrum, kit Jugendhilfe, diverse Beratungsstellen, Kitas, FBS, Schulsozialarbeit, psychologische Beratungsstellen+ Klinikum (KJP), Therapie-Anbieter, …
Da stehen wir heute
- Grundlage der Arbeit bildet das Tübinger Präventionskonzept gegen Kinderarmut (www.tuebingen.de/kinderarmut ), in dem Ziele, Maßnahmen und strategische Ansätze systematisch gebündelt sind.
- Ein Großteil der darin formulierten Vorhaben konnte bereits realisiert oder erfolgreich angestoßen werden, darunter auch die Etablierung eines aktiven Arbeitskreises zum Thema seelischen Gesundheit.
- Teilhabe von Kindern und Jugendlichen wird kontinuierlich gestärkt, insbesondere durch den Ausbau der KreisBonusCard-Angebote sowie durch verbesserte Informations- und Zugangswege für Familien.
- Armutsbetroffene Menschen sind aktiv in die Strukturen des Runden Tisches Kinderarmut und dessen Lenkungskreis eingebunden, wodurch Präventionslücken gemeinsam identifiziert und bearbeitet werden.
- Parallel dazu wird die Zusammenarbeit auf Landkreisebene im Rahmen des Zukunftsnetzwerks Kinderchancen (ZuK) weiterentwickelt. Dafür wurden die im Präventionskonzept formulierten Ziele angepasst.
Da wollen wir in 3 Jahren stehen
- Der TAPs-Ansatz wurde kontinuierlich weiterentwickelt und strukturell verankert. Gleichzeitig erfolgte eine gezielte Stärkung des TAP-Netzwerks durch die Einbindung von AkteurInnen aus den Teilorten sowie aus Hilfeeinrichtungen für Menschen mit Behinderungen.
- In der Kooperation mit Schulen konnten Maßnahmen der Armutsprävention nachhaltig verbessert werden. Bestehende Lücken in der Präventionskette wurden gemeinsam mit armutsbetroffenen Eltern identifiziert und schrittweise geschlossen; dabei wurden Herausforderungen systematisch benannt und bearbeitet.
- Zudem wurden Angebote zur gesellschaftlichen/ kultureller Teilhabe – insbesondere für Jugendliche – erfolgreich etabliert und ausgebaut. Die Reichweite des Familiennewsletters konnte kontinuierlich gesteigert werden, flankiert durch weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Informationsvermittlung.
- Das Thema seelische bzw. psychische Gesundheit in Kindertageseinrichtungen und Schulen wurde durch gezielte Fortbildungsangebote verstärkt in den Fokus gerückt und wird weiterhin fachlich begleitet.
Weiterführende Links
Tübinger Präventionskonzept gegen Kinderarmut
Flyer “Fünf Jahre Runder Tisch Kinderamut in Tübingen”
Abschlussbericht “Gute Chancen für alle Kinder 2.0”
Netzwerk TAPs - Tübinger AnsprechPersonen für Kinderarmut und Kinderchancen
Flyer Empowermentgruppe Jugendarmut
Presseartikel zum Thema „Der Skandal der Armut“
Darstellung der Vernetzung
NeRo – Kinder-Netzwerk-Rottenburg
Projektträger: Mokka e.V.
Standort: Rottenburg am Neckar
Zeitraum der Förderung mit Landesmitteln: 2021-2025
Ansprechpersonen:
Valentina Gerasimov (nero(at)mokka-ev.de)
Dina Malach (nero(at)mokka-ev.de)
Zur Projektwebsite
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Das sind unsere Ziele
Ziel des Netzwerks für Kinder in Rottenburg ist es, Kinderarmut entgegenzuwirken und die Chancengleichheit zu verbessern. Dafür schauen wir, welche Angebote es in Rottenburg bereits gibt, wo Barrieren bestehen und wo Unterstützung fehlt. Auf dieser Grundlage entwickeln wir neue Ideen und Maßnahmen. Ein zentrales Anliegen ist dabei die Partizipation von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien, um eine bedarfsgerechte Ausrichtung der Netzwerkarbeit sicherzustellen.
Darauf liegt unser Fokus
Kinder und Jugendliche sollen in Rottenburg gehört werden und mitgestalten können. Deshalb ist ihre Beteiligung ein wichtiger Bestandteil der Arbeit. Damit Kinder sich gut entwickeln können, brauchen sie stabile und unterstützende Rahmenbedingungen. Dazu gehört auch, dass Eltern einbezogen und gestärkt werden, denn sie spielen eine zentrale Rolle im Alltag ihrer Kinder.
Demnach bestehen in Rottenburg vor allem in drei Bereichen besonderer Unterstützungsbedarf für ein gutes Aufwachsen:
- Präventiver Kinderschutz: Kinder brauchen Resilienz fördernde Angebote, die sie stärken und vor Gefährdungen schützen.
- Gesundheit: Kinder benötigen Angebote, die die körperliche und seelische Gesundheit fördern.
- Teilhabe und Beteiligung: Kinder benötigen verlässliche Freizeitangebote, Möglichkeiten zur Begegnung mit Gleichaltrigen und das Gefühl, dazuzugehören.
Das sind wichtige Merkmale unseres Präventionsnetzwerks
- Vorhandene Netzwerke nutzen, weiterentwickeln und Synergien schaffen, um Doppelstrukturen zu vermeiden
- Etablierte Steuerungsgruppe mit Fachkräften aus Jugendhilfe, Sozial-, Gesundheits- und Bildungsbereich
- Bestehende Angebote dokumentieren, mit der Präventionskette visualisieren und Lücken erkennen
- Erkenntnisse und Lücken im Netzwerk teilen und gezielt Maßnahmen entwickeln, um Lücken zu schließen
- Neue gemeinsame Angebote schaffen, damit kein Kind zurückbleibt und möglichst viele Kinder, Jugendliche und Eltern erreicht werden
- Direkter Zugang zu Kindern über Kinder- und Jugendhilfe und Schulsozialarbeit; eigene Projekte initiieren
- Informationsdefizite über Hilfen wie „Bildung und Teilhabe“ reduzieren und bürokratische Hürden senken
- Transparenz schaffen: altersgerechte Informationen verbreiten, z. B. über Social Media
- Niedrigschwelliger Zugang zu Freizeitangeboten
- Gute Erreichbarkeit auch für Kinder aus umliegenden Ortschaften
- Selbstwert der Kinder stärken durch Beteiligung, Wertschätzung und Ernstgenommenwerden
- Bedarfsorientierte Projektarbeit
- Enge Vernetzung und Kooperation im Sozialraum
- Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Kinderarmut
Das sind unsere Rahmenbedingungen vor Ort
Das Projekt NeRo wird federführend vom Verein Mokka in enger Kooperation mit der Stadt Rottenburg umgesetzt. Mokka und dadurch auch NeRo ist ein fester Bestandteil der Stadtgemeinschaft.
Da stehen wir heute
Das Netzwerk für Kinder in Rottenburg (NeRo) hat in den letzten Jahren mit Motivation und Ausdauer an seinen Zielen gearbeitet und geht damit immer weitere Schritte voran, aus Rottenburg für Kinder und ihre Familien eine lebenswerte, aufmerksame und ar-mutssensible Stadt zu machen. So wurde das Netzwerk an das Bündnis für Familien gekoppelt und eine Steuerungsgruppe etabliert. Es konnten verschiedene Veranstaltungen und Aktionen im Rahmen des Netzwerkes für Bürger*innen sowie für Fachkräfte stattfinden. Ein Beispiel hierfür sind die jährlichen „Mach Dich Stark Tage“ oder eine Veranstaltung zum Thema „Psychische Gesundheit von Schüler*innen“
Zudem hat sich NeRo mit anderen Präventionsnetzwerke aus dem Landkreis Tübingen zu einem weiteren Netzwerk geformt: Zukunftsnetzwerk Kinderchancen (ZuK) im Landkreis Tübingen. Dadurch können wir unsere Inhalte ausweiten und uns in unseren Armutsprävention austauschen.
Außerdem konnten wir die verschiedenen Hilfen und Angebote in Rottenburg dokumentieren und in diesem Zug über die Armutssensibilität in den Vereinen und Einrichtungen sprechen und eine Präventionskette veranschaulichen. So konnten einige Lücke gefunden werden.
Bisher sind wir tatkräftig dabei Lücken zu füllen. Hierzu haben wir mehrere Veranstaltungen zum Thema Kinderschutz in Vereinen durchgeführt und konnte einige Vereine bei der Erstellung eines Kinderschutzkonzeptes begleiten. Mittlerweile wird diese Begleitung von der Stadt Rottenburg übernommen.
Eine große Lücke, auf die uns Jugendliche immer wieder hinweisen, ist das Thema psychische Gesundheit an Schulen. Im November 2024 sind wir dieses Thema mit einem Fachtag für Fachkräfte aber auch Schüler*innen angegangen. 2025 haben wir dies dann mit einem Pilotprojekt ergänzt, in dem wir Schüler*innen schulübergreifend als Soulmentors ausgebildet haben. Diese sind Ansprechpersonen in der Schule zu dem Thema.
Im Januar 2024 ist unser neues Präventionsprojekt „Resi – gemeinsam was erleben“ gestartet. Das Projekt wird von Baden-Württemberg-Stiftung finanziert und füllt ebenso eine unserer Lücken in der Präventionskette. Ziel ist es, armutsgefährdete Kinder und Jugendliche mit mangelnden Entfaltungsmöglichkeiten mit Einbindung der Familie zu stärken.
Da wollen wir in 3 Jahren stehen
Ein flächendeckendes, systemübergreifendes Netzwerk ist entstanden, damit Institutionen schnell und bedarfsgerecht handeln können. Geeignete Rahmenbedingungen für Kinder und deren Familien wurden geschaffen, um allen Kindern ein gutes Aufwachsen und damit eine starke Zukunft zu ermöglichen. In Rottenburg wird kein Kind mehr durchs Netz fallen.
- Sensibilisierung von Fachkräften
- Psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlich weiter voranbringen.
- Noch mehr Vernetzung zwischen den zwischen denen Akteuren in der Stadt
- Betroffene reden mit
- Angebote für Jugendliche und für Kinder im Kindergarten stärken
Weiterführende Links
- Musikvideo “Kinder haben Rechte”
- Kurzfilm „Wir halten die Welt zusammen“
Darstellung der Vernetzung
Jung sein in Mössingen
Projektträger: Stadt Mössingen Jugendreferat
Standort: Stadt Mössingen
Zeitraum der Förderung mit Landesmitteln: 2022–2025
Ansprechperson:
Michael Stoll (m.stoll(at)moessingen.de)
Das sind unsere Ziele
Unser Ziel ist es, die bereits vorhandenen Netzwerkstrukturen zu einem Präventionsnetzwerk gegen Kinderarmut weiter auszubauen.
Die Bestandserhebung der bestehenden Angebote wird als Grundlage dienen, diese beteiligungsorientiert und bedarfsgerecht auszuweiten und gemeinsam mit relevanten Akteurinnen und Akteuren weiterzuentwickeln.
Darauf liegt unser Fokus
Die Bestandserhebung der vorherigen Förderphase hat u.a. eine Lücke in der Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen zwischen 11 und 21 Jahren ergeben. Bei dieser Zielgruppe gibt es weiterhin eine Schwerpunktsetzung auf die Themen: Drogen- und Suchtprävention, (sexualisierte) Gewalt, die Bewältigung des Übergangs von der Schule in die Ausbildung oder den Beruf, Förderung der Medienkompetenz sowie der psychischen Gesundheit. Auch Treffmöglichkeiten für Jugendliche sowie das Thema Bewegung in und außerhalb vom Verein stehen weiterhin im Fokus.
Des Weiteren sollen die Angebote für die Altersgruppen unter 11 Jahren und deren Eltern hin zu den Themen Ernährung und auf Nachhaltigkeit erweitert werden. Ein dritter Fokus liegt auf dem Thema Gewaltprävention. Hier sollen mit Freizeit- und Bildungsangeboten Kinder aus einkommens-schwachen Familien erreicht werden.
Das sind wichtige Merkmale unseres Präventionsnetzwerks
Der erweiterte Planungsbeirat „Jugend in Mössingen“ ist ein wichtiger Teil der funktionierenden Netzwerkstruktur. Hier gelingt es alle relevanten Akteurinnen und Akteure zu beteiligen. Die konkrete Ausarbeitung erfolgt zum einen in sozialräumlich organisierten Runden Tischen, sodass die Gegebenheiten im Sozialraum Beachtung finden. Hier kann jeweils vor Ort gemeinsam geplant werden, welche Angebote weiterentwickelt oder neu geschaffen werden müssen. Zum anderen wurde aus dem Planungsbeirat heraus ein Arbeitskreis Kinderarmut ins Leben gerufen. Dieser thematische Facharbeitskreis setzt sich vertieft mit dem Thema Prävention von Kinderarmut für die gesamte Kommune auseinander.
Das sind unsere Rahmenbedingungen vor Ort
Das Projekt „Jung sein in Mössingen“ wird vom kommunalen Jugendreferat gemeinsam mit der Sophienpflege Evangelische Einrichtungen der Jugendhilfe Tübingen e.V. und der Familienbildungsstätte Tübingen e.V. durchgeführt. Innerhalb der Stadtverwaltung findet eine enge Zusammenarbeit mit den Stabsstellen für Integration sowie Koordination für ehrenamtliches Engagement, der Koordination altersfreundliche Stadt und dem KiTa- sowie Schulbereich statt.
Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen ist bei der Angebotsentwicklung und -gestaltung unabdingbar. In Mössingen gibt es seit dem Jahr 2018 das feste Gremium einer Jugendvertretung. Deren Mitglieder beschäftigen sich mit den Bedürfnissen und Interessen junger Menschen in Mössingen. Eine Rückkopplung aller jungendrelevanter Themen mit der Jugendvertretung ist auch im Zusammenhang mit der Prävention von Kinderarmut geplant.
Da stehen wir heute
Beginnend mit der Jugendbefragung in 2021 und den vorhanden Planungs- und Netzwerkstrukturen haben wir uns auf den Weg gemacht ein Präventionskonzept für den Jugendbereich zu entwickeln, welches im Frühjahr 2023 vom Gemeinderat verabschiedet wurde. Die bestehenden und neuen Angebote wurden und werden erfasst und in einer Präventionskette visualisiert. Einige Lücken konnten mit neuen Angeboten geschlossen werden. So z.B. ein Angebot für jüngere Kinder und Familien mit dem Kooperationspartner Familien-Bildungsstätte.
Da wollen wir in 3 Jahren stehen
In einem Jahr haben wir unsere vorhandenen Strukturen weiter ausgebaut, dass eine weitestgehend lückenlose Präventionskette entstanden ist. Angebote und Projekte werden bedarfsgerecht geplant und gestaltet. Kinder, Jugendliche und ihre Familien wissen, wo sie Unterstützung erhalten können und leben in einer förderlichen Umgebung.
Darstellung der Vernetzung
Gut Aufwachsen in Ammerbuch – GAiA
Projektträger: Gemeinde Ammerbuch in Kooperation mit kit jugendhilfe e.V.
Standort: Ammerbuch
Zeitraum der Förderung mit Landesmitteln: 2022-2026
Ansprechpersonen:
Ariane Bäse (a.baese(at)ammerbuch.de)
Katharina Brosda (katharina.brosda(at)mbh-jugendhilfe.de)
Das sind unsere Ziele
- Förderung der Chancen und Teilhabemöglichkeiten von armutsbetroffenen Kindern, Jugendlichen und Familien.
- Identifizierung von Lücken in der Ammerbucher Präventionskette als zentrale Orientierungsmatrix der Präventionsnetzwerke gegen Kinderarmut. Die Präventionskette wird nach Möglichkeit mit passenden Angeboten weiterentwickelt.
- Stärkung der Familien über bessere Zugangsmöglichkeiten zu Informationen sowie durch Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und zur Elternbildung.
- Schaffung von Strukturen, um armutsbetroffene Personen zu beteiligen.
- Sichtbarmachung der Lebenssituationen von Menschen in Armut und von Ungleichheit. Förderung der Armutssensibilität in Ammerbuch. Besonders bei Fachkräften im Umgang mit Kindern, Jugendlichen und Familien sowie bei Verwaltungsangestellten soll ein Bewusstsein für die Herausforderungen von Armutsbetroffenen in Ammerbuch entstehen.
Darauf liegt unser Fokus
Die Zielgruppe so unmittelbar wie möglich zu erreichen, um den Handlungsbedarf für das Präventionsnetzwerk gegen Kinderarmut in Ammerbuch zu erfassen.
Das sind wichtige Merkmale unseres Präventionsnetzwerks
- Seit 2016 gehört Ammerbuch zum Bundesnetzwerk der Engagierten Städte. Unter dem Titel „Ammerbuch aktiv – Vielfalt verbindet" arbeiten seitdem in verschiedenen Formaten Haupt- und Ehrenamtliche zu bestimmten Themen zusammen.
- Schon seit 2018 bildet das Thema „Kinderarmut" einen Schwerpunkt mit einem eigenen Thementisch. Vertreterinnen und Vertreter aus Kindertageseinrichtungen, Schulen, Schulsozialarbeit, Vereinen, Kirchen und Verwaltung haben in enger Zusammenarbeit des Jugendhilfeträgers kit jugendhilfe e.V. und des Sachgebiets Familie, Bildung, Kultur der Gemeindeverwaltung mehrere erfolgreiche Projekte entwickelt und unterstützt, um Familien mit geringem Einkommen zu entlasten und gleichzeitig die Themen Nachhaltigkeit und Integration zu stärken.
- Von April 2021 bis März 2023 konnte dieses Thema über die Auridis Stiftung (Stärkung lokaler Engagementstrukturen zur Unterstützung von Familien mit kleinen Kindern in belastenden Lebenslagen) beschleunigt werden. Eine externe Prozessbegleitung der Akademie für Ehrenamtlichkeit Deutschland unterstützte bei der Entwicklung von Zielen und Handlungsschritten.
- 2022-2024 Anschubsbewilligung durch das Land zur Entwicklung einer gemeinsam getragenen Strategie gegen Kinderarmut.
- 2024-2025 Weiterführung der Netzwerkarbeit in enger Kooperation zwischen Gemeinde Ammerbuch und kit jugendhilfe. Erarbeitung einer landkreisweiten Vernetzung.
- 9.2025 GAiA ist Teil vom landkreisweiten Netzwerk „ZuK – Zukunftsnetzwerk Kinderchancen“.
- Im Lenkungskreis GAiA treffen sich etwa alle zwei Monate Vertreterinnen und Vertreter aus Kindertageseinrichtungen, Schulen, Kirche, Vereinen, Jugendhilfeträger und Gemeindeverwaltung, um Themen und Projekte weiterzuentwickeln.
Das sind unsere Rahmenbedingungen vor Ort
- Viele Angebote (z.B. Beratungsstellen) sind nicht in Ammerbuch selbst vorhanden, sondern nur in den benachbarten Städten Tübingen und Rottenburg. So muss bei manchen Belangen kreisweit gedacht werden, bei anderen aber auf Ebene der Kommune oder des Teilorts.
- In einer Gemeinde mit sechs Teilorten ist die Mobilität ein zentrales Thema, sowohl bei der Finanzierung als auch in Bezug auf die Angebote des ÖPNV.
- Die fachliche Weiterentwicklung vorhandener Angebote ist angestrebt (z.B. Wirkungsorientierung, Teilhabe, Kinderschutz, Verschriftlichen des Leitbildes mit Wirkungstreppe).
Da stehen wir heute
- Wir setzen erfolgreich gemeinsam einzelne Projekte für Teilhabe um und entwickeln mit einem engagierten Lenkungskreis neue Ideen.
- Über die Förderung „Kommunale Präventionsnetzwerke" und besonderes Engagement der Netzwerkpartnerinnen und -partner können wir Bildungs- und Freizeitangebote kostenfrei anbieten.
- Kinderschutz ist heute fester Bestandteil der Vereinsarbeit
- Wir sind Teil des landkreisweiten Präventionsnetzwerks.
- Junge Menschen und Familien können sich einfach über unsere analoge und digitale Öffentlichkeitsarbeit über die Angebote in Ammerbuch und im Landkreis informieren.
Da wollen wir in 3 Jahren stehen
- Wir haben eine Lösung gefunden, wie wir kostenfreie Angebote für Kinder und Jugendliche weiterhin ermöglichen können, z.B. über eine Stiftung oder einen Kinderfonds.
- Wir haben uns mit den Themen Mobilität und Wohnen beschäftigt und verschieden Verbesserungen für die Zielgruppen erwirkt.
- Im Bereich der Gesundheitsfürsorge sind Ammerbucher Einrichtungen als Partner im Lenkungskreis als Gäste oder aktiv beteiligt (Kinderarztpraxen, Ergo- und Logopäden etc.).